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Besteuerung von Biodiesel
06.08.2006 (R. Buchwald Alvarez)
Kategorie: Wirtschaft
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Wer auf Diesel setzt oder gar auf Turbo-Diesel-Fahrzeuge schwört, der hatte lange Zeit einen guten Grund sich zu freuen. Im Vergleich zu den Preisen für Superbenzin lag Diesel mit € 1,15 pro Liter durchschnittlich 22 Cent unter dem Superbenzin-Niveau. Und vor allem dank Biodiesel ließ sich dieser Preis nochmals um gute 10 Cent „drücken“, da der Staat auf den Rapssprit keine Mineralölsteuer erhob. Das bedeutet, dass Biosprit bisher von Vater Staat subventioniert wurde. Doch diese Zeiten sind nun vorbei.
Seit August dieses Jahres wird auf Biodiesel eine Mineralölsteuer von 9 Cent je Liter erhoben. Im Jahr 2008 sollen dann noch einmal 6 Cent drauf geschlagen werden. Insgesamt ist vorgesehen, dass die Steuer bis 2012 auf den vollen Mineralölsteuersatz von 45 Cent pro Liter steigen soll. Die neu eingeführte Besteuerung von ökologisch gewonnenem Kraftstoff ist zurückzuführen auf die Abschaffung staatlicher Zuschüsse im Rahmen der Subventionspolitik der großen Koalition.
Es wird jedoch vermutet, dass die bereits erhobenen 9 Cent nicht vollständig auf den Abnehmer übertragen werden, sondern ein Teil der zusätzlichen (Steuer-) Kosten bei den Produzenten bleibt. Dies hätte niedrigere Gewinnmargen für die Anbieter und keine Preiserhöhung in vollem Umfang der Steuer für den Kunden zur Folge. Diese Maßnahme könnte z. B. dazu dienen, die Kunden nicht indifferent zwischen dem Konsum von Biodiesel und normalem Dieseltreibstoff werden zu lassen. Wie es genau sich jedoch im Einzelnen aufteilen wird, bleibt auf dem Markt erst noch abzuwarten.
Als Gegengewicht zu der Biodiesel-Steuer wird die Mineralölindustrie von 2007 an gezwungen sein, dem herkömmlichen Dieselbenzin mindestens 5 % Biosprit beizumischen. Dadurch soll die Produktion von Biodiesel gestützt und die Abhängigkeit von Ölimporten verringert werden.
Unter dem Strich können sich Diesel-Fahrer jedoch nicht beklagen. Zwar wird es künftig nicht mehr ganz so günstig sein, aber dennoch können sie sich noch für geraume Zeit sicher sein, dass sie gegenüber Superbenzin-Fahrern einen verhältnismäßig großen Preisvorteil behalten werden.
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