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UNESCO streicht Kölner Dom von der „Roten Liste“


08.08.2006 (I. Switil) Kategorie: Kultur

Bild: www.du.nw.schule.de

Anfang Juli 2006 tagte die UNESCO, die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, im litauischen Wilna. Dabei wurde über rund 30 Anträge zur Neuaufnahme sowie über rund 30 gefährdete Stätten diskutiert. Das Welterbekomitee entschied unter anderem, dass der Kölner Dom seinen Status als Weltkulturerbe behält, allerdings von der „Roten Liste“ gestrichen wird.

Stolz ragen die beiden Türme der hohen Domkirche St. Peter und St. Maria in den Himmel, höher noch als die große Kathedrale Notre Dame in Paris. In seiner fast vollen Pracht, zumeist ist er eingerüstet, zeigt er sich den tausenden Touristen, die den Hauptbahnhof verlassen und damit direkt vor dem Kölner Wahrzeichen stehen. Die gotische Kathedrale prägte lange das Stadtbild Kölns als höchstes Gebäude.

Durch die Planung von Hochhäusern im Stadtteil Deutz auf der anderen Rheinseite sei die visuelle Integrität des Doms und die einzigartige Kölner Stadtsilhouette gefährdet, so entschied die UNESCO im Jahr 2004 und setzte den Dom auf die „Rote Liste“. Auf dieser stehen besonders gefährdete, kulturelle Objekte.

In diesem Jahr wurde der Kölner Dom von der Liste gestrichen. Der Status als Weltkulturerbe bleibt aber weiterhin erhalten. Der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma freut sich über die Entscheidung des Welterbekomitees. Die Stadt Köln hat die Höhe der entstehenden Hochhäuser auf 60 Meter begrenzt, damit der Dom mit seinen 157 Meter hohen Türmen weiterhin die Stadtsilhouette der Altstadt beherrscht. Des Weiteren sollen auf beiden Rheinseiten „Pufferzonen“, damit sind weiträumige unbebaute oder niedrig bebaute Flächen gemeint, das historische Erscheinungsbild schützen.

Die Geschichte des Doms

Der alte Dom in Köln wurde 873 nach Christus geweiht. Knapp vierhundert Jahre später sollte der Dom nach und nach abgerissen werden, um mit dem Bau des neuen gotischen Doms zu beginnen. Der Grund dafür lag bei den großen Pilgerströmen, die nach Köln kamen um die Reliquien der Heiligen Drei Könige besichtigen sollten.

Bei dem Versuch, nur einen Teil des Gebäudes mit Brandabbruch niederzulegen, brannte 1248 beinahe der gesamte Bau ab. Noch im selben Jahr wurde der Grundstein für den neuen Dom gelegt. Knapp zwei Jahrhunderte lang ging der Bau langsam aber sicher voran, bis er 1510 aufgrund von Geldproblemen und Desinteresse eingestellt wurde.

Erst dreihundert Jahre später wurde der Bau erneut aufgenommen und innerhalb von knapp vierzig Jahren wurde der Dom schließlich 1880 fertiggestellt. Nach über 600 Jahren vollendet, war er acht Jahre lang das höchste Gebäude der Welt. Während des zweiten Weltkrieges erlitt die Kathedrale unter anderem durch 14 Bombentreffer große Schäden. Er wurde aber saniert und wird bis heute stets restauriert und gepflegt.



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