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Nach längeren Diskussionen über die Möglichkeit der Verschlüsselung werbefinanzierter Fernsehsender scheint es nun eine beschlossene Sache zu sein: Der Satellitenbetreiber SES Astra teilte mit, dass die Sendegruppen RTL und MTV Networks ab 2007 über die so genannte „Dolphin-TV-Plattform“ verschlüsselt werden.
Die „Dolphin-TV-Plattform“ ist eine Tochterfirma der „SES Astra“ und soll künftig die Zugangskarten für das digitale Fernsehen vermarkten. Das ist nämlich einer der Haken der neuen Plattform: Werden die Sender verschlüsselt, sind sie nur noch für Verbraucher mit Satellitenschüssel und digitalem Receiver und einer so genannten Smart Card zu empfangen. Diese Smart Card wird dann für eine monatlich Gebühr von 3,50 Euro bei der Tochterfirma zu beziehen sein.
Durch die Verschlüsslung möchten sich die Sender vor allem vor Missbrauch wie Raubkopierern schützen, die ganze Serien auf Tauschbörsen anbieten, bevor diese auch nur als DVD erhältlich sind. Die zusätzlichen Kosten seien „eine technische Zugangspauschale wie im Kabel oder Internet und kein programmbezogenes Entgelt“, so RTL-Sprecher Christian Körner. Außerdem soll den Sendern durch die Digitalisierung neue Geschäftsmodelle ermöglicht und den Zuschauern natürlich viel mehr geboten werden.
Durch die zusätzlichen Einnahmen der Fernsehsender wollen sie den Zuschauern eine größere Programmvielfalt und neue elektronische Dienste, wie beispielsweise einen elektronischen Programmführer oder sogar einen persönlichen Videorekorder ermöglichen. Neben den interaktiven Möglichkeiten ist auch die Einführung einiger Pay-per-View-Sendungen geplant, bei denen Filme zu beliebigen Zeitpunkten abgerufen werden können, dafür allerdings ein bestimmter Betrag bezahlt werden muss.
Kritik an der geplanten Verschlüsselung kommt von den Landesmedienanstalten, Verbraucherschützern und den öffentlich-rechtlichen Sendern. Die Landesmedienanstalten sehen zwar auch mögliche Verbesserungen und neue Chancen durch die Digitalisierung der Übertragung, weisen aber auch auf Risiken hin. Vor allem die Zugangsoffenheit sei gefährdet, wenn nicht mehr alle Empfangsgeräte offen für die Astra-Plattform seien. ARD und ZDF bemängeln vor allem einen möglichen Abstieg ins totale Bezahlfernsehen und fürchten um die Gefahr eines „gläsernen“ Kunden durch die mögliche Rückverfolgung aller abgerufenen Sendungen.
Obwohl, laut Astra, die ARD und ZDF weiterhin unverschlüsselt ausgestrahlt werden sollen, besteht die Gefahr, dass einzelne Lizenzgeber von Spielfilmen oder Sportsendungen auf eine Verschlüsselung drängen könnten. Dies würde natürlich zu einem sehr spärlichen Programm der öffentlich-rechtlichen ohne Sport und Spielfilme führen.
Gestartet wird das Projekt zu Beginn nächsten Jahres. Nach Angaben von Astra soll es aber auch nach der Umstellung für RTL und MTV Deutschland zunächst eine Übergangszeit geben. In dieser Phase werden ausgewählte Sender sowohl verschlüsselt als auch unverschlüsselt ausgestrahlt.
Die ProSieben-Sat1-Gruppe plant hingegen nicht, ihr Programm ebenfalls zu verschlüsseln, wie „Spiegel online“ berichtete. Daher ist abzuwarten, ob sich die neue Plattform gegen die weiterhin unverschlüsselten Sender überhaupt durchsetzten kann.
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