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Die Modetrends im Herbst / Winter


12.08.2006 (A. Özkaynak) Kategorie: Lifestyle

Bild: www.elle.de

Die Trends für die kommende Saison können in einem Wort ihr Resümee finden: „Schwarz, schwarz, schwarz.“ Wer jetzt an pures Schwarz denkt, irrt. Der Herbst und Winter diesen Jahres bestechen mit Farben wie schwarz-blau, schwarz-lila oder auch schwarz-grün. Was vor einem Jahr noch undenkbar war, ist nun absolut erwünscht: die Kombination von unterschiedlichen Blautönen, das Tragen von glitzernden Materialien mit klassischem Schick.

Während Dolce & Gabbana ihrer Linie treu bleiben und Bleistiftröcke mit engen, kurzen Blazerjacken kombinieren, besinnen sich andere Modelabels auf den Boyfriend-Look: weite Hemden und sexy geschnittene Baggyjeans statt Röhrenjeans. Diese Outfits sehen aus, als hätte sich Madame die zu großen Hemden des Freunds oder Vaters ausgeliehen.

Eine extraordinäre Rolle spielen diese Saison die Accessoires. So zum Beispiel XXL-Handtaschen aus gecrunchtem Leder mit aufgesetzten Taschen, neckischen Anhängern oder Henkeln nach dem Vorbild der klassischen Chaneltasche (mit goldenen Kettengliedern). Auch dem Schal wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ebenfalls übermäßig groß oder als Schleife gebunden ziert er den Hals der Dame von Welt. Zum Business-Outfit wählt man Chiffontücher, die sanft um den Hals drapiert werden. Der Trend der Lederhandschuhe setzt sich aus dem letzten Winter verstärkt fort. Die modebewusste Frau bedeckt ihre Hände.

Völlig neu ist die Kombination von matten Stoffen mit glänzenden Materialien. So werden Seidenblusen zu adretten Röcken, die kurz über dem Knie enden, getragen. Passend zu diesem Trend fallen die Absätze der Schuhe diesen Winters hoch aus. Was aus dem Sommer bleibt, ist die klobige Absatzform (Keil oder Plateausohle). Neben extralangen Stiefeln (Karl Lagerfeld präsentierte Stiefel aus Jeansstoff, die kaum von der Hose unterscheidbar waren) sind Pumps und Schnürstiefeletten wieder im Kommen.

Ein geradezu tot geglaubtes Accessoire hat ebenfalls die Laufstege zurückerobert. Man trägt wieder Leggins. Wer jetzt aber an die bunten und nicht gerade schmeichelhaften Exemplare denkt, die in den 80ern getragen wurden, ist auf dem Holzweg. Die Leggins sind zurück als schwarze, enge und etwa schienbeinlange Strumpfhose. Getragen wird sie zu weiten Mänteln, engen Kleidern oder Jeansröcken. Der Kombinationsmöglichkeit sind keine Grenzen gesetzt. Allerdings sei an dieser Stelle wieder flehentlich gesagt, dass es sich mit den Leggins verhält wie mit der Röhrenjeans: Sie sehen nur an extrem schlanken, großen Frauen gut aus. Ist man von der Natur nicht mit einer solchen Statur beschenkt, sollte man um diesen Trend mit ruhigem Gewissen einen Bogen machen.

Ein weiter Trend der geblieben ist, ist die Empireform der Kleider. Die Taille ist hoch unter die Brust gerutscht und schmeichelt jeder Frau. Auch der Bund der Hose ist endlich wieder Richtung Bauchnabel gewandert, er konnte ja kaum noch tiefer liegen. Endlich ist der Anblick von Hüftpolstern Geschichte, die Nieren sind wieder bedeckt und auch beim Sitzen muss man sich keine Gedanken darüber machen, ob die Unterwäsche über dem tiefen Bund herausschaut. Also eine durchaus begrüßenswerte Entwicklung.

Der Militärlook aus dem letztem Jahr in Form von Doppelreiher-Jäckchen, Mänteln usw. bleibt, wenn auch weitaus gemäßigter und wird ergänzt durch die Weste, die man bereits in vielen Läden hängen sehen kann. Diese Westen sind eng, kurz geschnitten und in dunklen Tönen wie braun, schwarz oder dunkelblau gehalten.

Bei den Jacken und Mänteln wird die Taille mit Hilfe von Gürteln betont. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Trenchcoat zurück ist. Was die Tierfreunde unter uns weniger freuen wird, ist, dass Fell immer noch absolut angesagt ist. Glücklicherweise gibt es für die modebewussten Tierfreunde mittlerweile täuschend echter „Fakefour“ als Alternative.

Besonders wichtig in diesem Winter ist die Hut-Mode. Die Hutform erinnert stark an die Sixties – Bobbyhüte, Baskenkappen, Fellhüte. Alles jedoch streng geometrisch gehalten. Es herrschen in dieser dunklen Jahreszeit die strengen geometrischen Formen. Statt Rüschen und barockem Nippes will man nun klare, einfache und strenge Schnitte.

Insgesamt merkt man der Herbst/Winter-Mode an, dass es eine große Sehnsucht nach Tradition, klassischer Eleganz, Zuverlässigkeit und der Grande Dame aus alten Zeiten gibt. Feste, schwere Baumwollstoffe hoher Qualität werden neuen, billigen Synthetikmaterialien vorgezogen. Nur wenige verspielte Elemente und Details weisen den Träger der Mode als weiblich aus. Vielmehr wird aber mit Geschlechtslosigkeit gespielt: Frau trägt wieder Krawatte mit Anzug und spielt mit den Klischees. Es ist eine Saison für die erwachsene Frau, der Mädchenlook ist bis auf die Empirekleider so gut wie passé.



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