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RFID weist weiterhin Lücken im Sicherheitsaspekt auf


14.08.2006 (S. May) Kategorie: Technik

Bild: www.eff.org

Viele Technologien und Visionen aus Sience-Fiction-Filmen sind heute schon Realität. Dass die Zukunft immer näher rückt, zeigt zum Beispiel der Einsatz von RFID-Transpondern in vielen verschiedenen Bereichen wie unter anderem in der Industrie.

RFID steht für Radio Frequency Identification und ermöglicht eine automatische Identifikation beziehungsweise Funkerkennung von Objekten. Ein RFID-System besteht aus einem Transponder (auch RFID-Chip genannt) und einem dazugehörigen Lesegerät.

Um das System funktionsfähig zu machen, müssen diverse Server, Dienste und sonstige Systeme wie zum Beispiel ein Warenwirtschaftssystem (so genannte Middleware) integriert werden. Wurden diese Komponenten alle richtig integriert, kann das RFID-System Objekte berührungslos lokalisieren und identifizieren.

Unterschieden wird je nach Bedarf zwischen passiven und aktiven RFID-Chips. Während die passiven RFID-Chips kontinuierlich auf Funkwellen des Lesegerätes reagieren und sich auf diesem Weg mit Energie aufladen, sendet der mit Batterie betriebene, aktive RFID-Chip, nur Signale wenn er ein spezielles Aktivierungssignal empfängt.

Gegner der RFID-Technologie bemängeln den Einsatz solcher Funketiketten, da diese angreifbar seien. Gefahren beim Datentransfer mit Hilfe von RFID-Systemen verbergen sich im Übertragungsverfahren. Durch Aussenden eines Störsignals, das auf der gleichen Frequenz wie auch der RFID-Transponder sendet, können die recht schwachen Signale des RFID-Transponders nicht mehr empfangen werden.

Ferner kann durch einen sehr empfindlichen Empfänger das Signal des RFID-Transponders auch von weiter Entfernung empfangen werden. Das ermöglicht dritten, unbefugten Personen, eine neue Form von Industriespionage zu betreiben, da bei jedem Lesevorgang der Inhalt des RFID-Transponders mitgelesen werden kann. Beispielsweise können somit Verkaufsdaten von firmenfremden Personen ermittelt werden.

Als wäre das nicht genug Kritik an der RFID-Technologie, weisen Forscher in den Niederlanden auf die Manipulierbarkeit von RFID-Systemen hin. Die Forschergruppe aus der Vrije Universität in Amsterdam hat auf der „IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) Conferenz of Pervasive Computing and Communication (Konferenz für intelligente Gegenstände und Kommunikation) gezeigt, dass ein solcher Angriff durchaus möglich ist.

Auf der Konferenz am 15. März 2006 in Pisa (Italien) demonstrierten Studenten der Vrije Universität in Amsterdam unter Aufsicht von Andrew Stuart Tanenbaum, wie mit manipulierten RFID-Chips die Backend-Datenbanken von RFID-Systemen kompromittiert werden können. Das Backend des RFID-Systems ist ein Teil der Software-Anwendung, der die eigentliche Arbeit übernimmt.

Intranet- und Internet-Verbindungen sind aufgrund ihrer Architektur grundsätzlich dem Risiko des Abhörens ausgesetzt. Alle mit dem Internet verbundenen Computer sind grundsätzlich durch Intrusion (Eingriff) und das Einbringen von Software-Anomalien (vor allem Viren und Würmer) bedroht. Dies kann auch dazu führen, dass die Identität eines Lesegeräts mit autorisiertem Zugang zum Backend gefälscht und somit erheblicher Schaden durch dritte Personen angerichtet werden kann.

Des Weiteren könnte sowohl die intrinsische Motivation von Hackern als auch die potenzielle Schadenshöhe nach erfolgreichen Angriffen eine neue und enorme Größenordnung erreichen. Angriffe auf das Backend können zwar mit den üblichen IT-Sicherheitsverfahren abgewehrt werden, dennoch kann nie garantiert werden, dass Unternehmen, die RFID nutzen, damit auf Dauer vor unbefugten Angreifern geschützt sind.



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