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Am 24. August 2006 kam der 135 Minuten lange Film zur Serie aus den 1980ern in die deutschen Kinos. Regie führte Michael Mann, der bereits bei der Serie mit zu den Produzenten gehörte. Das Drehbuch schrieb Michael Mann zusammen mit Anthony Yerkovich, dessen Idee die Serie gewesen ist. Die Produktion übernahmen Anthony Yerkovich und Michael Mann zusammen mit Pieter Jan Brugger.
Dreharbeiten
Die Dreharbeiten zu Miami Vice haben ein Gesamtbudget von 125 Millionen US-Dollar verschlungen. Begonnen hatte der Dreh am 27. Juni 2005. Drehorte waren Südflorida, die Karibik, Brasilien, Kolumbien, Paraguay und Uruguay. Durch die Hurrikans Katrina, Rita und Wilma, die zwischen August und Oktober 2005 wüteten, verlor die Filmcrew eine Woche.
Schüsse, die in der Dominikanischen Republik außerhalb des Sets abgegeben wurden, hatten zur Folge, dass aus Sicherheitsgründen Vorkehrungen getroffen wurden. Im Oktober wurden die Dreharbeiten deshalb weitere drei Tage ausgesetzt.
Besetzung
Colin Farrell: Detective James Crockett (Sonny)
Jamie Foxx: Detective Ricardo Tubbs (Rico)
Naomie Harris: Detective Trudy Joplin
Elizabeth Rodriguez: Detective Gina Calabrese
Domenick Lombardozzi: Detective Stanley Switek
Justin Theroux: Detective Larry Zito
Barry Shabaka Henley: Lieutenant Martin Castillo
Ciaran Hinds: Agent Fujima
Chris Astoyan: Agent Perry
Gong Li: Isabella
Luis Tosar: Arcángel de Jesús Montoya
John Ortiz: José Yero
Ilan Krigsfeld: Isabella
Juanita Billue: Miss Jamaika
Everlayn Borges: Miss Kuba
Handlung
Die Sicherheitsbehörde „Inter-Agency Task Force“ hat eine undichte Stelle, einen Insider, innerhalb ihrer Einheit. Deshalb wird die Polizeibehörde von Miami um Hilfe gebeten um die Morde an drei Kollegen aufzuklären. Mit dieser Aufgabe werden James Crockett (Colin Farell) und Ricardo Tubbs (Jamie Foxx) beauftragt und nach Südflorida geschickt, da man ihre Gesichter nicht kennt. Sie sollen als verdeckte Ermittler Licht ins Dunkel bringen.
Unter den Decknamen Sonny Burnett und Rico Cooper geben sie sich als Drogenschmuggler aus um sich in eine Bande einzuschleusen. Auf diesem Weg kommen sie auf die Spur der Verbrechensorganisation des Drogenbarons Arcángel de Jesús Montoya (Luis Tosar) und dessen Geschäftspartnerin Isabella (Gong Li).
Um mit Montoya ins Geschäft zu komme nehmen sie Kontakt mit dessen Mittelsmann José Yero (John Ortiz) auf. Dieser entführt jedoch Trudy Joplin (Naomie Harris), die Freundin von Ricardo Tubbs, um bessere Konditionen zu bekommen. James Crockett und Ricardo Tubbs starten gemeinsam mit ihrer Einheit selbstverständlich eine Befreiungsaktion, die zwar gelingt, Trudy Joplin wird jedoch schwer verletzt und fällt ins Koma.
Schließlich gelingt es den Detectives Montoya ausfindig zu machen und die Mitglieder seiner Organisation zu töten oder zu verhaften – Montoya flieht jedoch. Gegen Ende verhilft James Crockett Isabella zur Flucht, nachdem sich zwischen den beiden eine Affäre entwickelt und sie sich ineinander verliebt haben. Ricardo Tubbs ist derweil bei Trudy Joplin, die aus dem Koma erwacht.
Hintergründe
Die Handlung des Films setzt trotz Anpassungen an das neue Jahrtausend vor dem Ende der dritten Staffel der Serie an. Im Film ist Justin Theroux in der Rolle des Detective Larry Zito zu sehen, der ursprünglich von John Diehl dargestellt wurde. Die Figur jedoch starb im Finale der dritten Staffel.
Die Decknamen der Detevtives James Crockett und Ricardo Tubbs sind mit denen der Serie identisch.
Unmittelbar nach dem Ende der Dreharbeiten begab sich Colin Farrell zum Medikamentenentzug freiwillig in eine Klinik. Laut seiner Pressesprecherin ließ er sich dort wegen Erschöpfung behandeln, da er sich nach einer Rückenverletzung abhängig von Schmerzmitteln geworden war, die er eingenommen hatte.
Kritik
Was das Genre betrifft scheinen die Meinungen auseinander zu gehen, denn während man an der einen Stelle zu lesen ist, dass es sich bei Neuverfilmung von Miami Vice um einen Thriller handeln soll, heißt es an anderen Stellen, dass der Film den Genres Action und Komödie zugehören soll. Vorausgesetzt, dass es tatsächlich der Thriller sein sollte, wird sich der Liebhaber dieser Richtung jedoch fragen, wo der „Thrill“ geblieben ist, denn wirklich fesselnde Spannung bietet der Film nicht. Für eine Komödie hingegen hätte der Film zu wenig Witz. Action scheint hier also tatsächlich noch am besten zu passen, aber auch in diesem Metier gibt es sicherlich bessere Filme.
Beim Kinobesuch werden vermutlich viele Erwartungen nicht erfüllt werden. Dies fängt bereits mit der Handlung an, die im Wesentlichen erst ab der Mitte des Films beginnt. Hinzu kommt, dass die einen über die eingebettete Liebesgeschichte negativ denken mögen, weil man durch mehr Schnitt dieser Passagen die Überlänge hätte vermeiden können. Die anderen wiederum empfinden diese womöglich als positiv, weil sie die Charaktere menschlicher erscheinen lässt.
Auch die Kameraführung von Dion Beebee, der für seine Arbeit bei „Die Geisha“ mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, lässt besonders zu Anfang des Films zu wünschen übrig. Wer völlig normal sieht, wird sich die Augen reiben und sich wunden, was plötzlich los ist. Brillenträger werden über ihre Dioptrien nachdenken und Kontaktlinsenträger werden vermuten, dass ihre Augen trocken sind. All das ist jedoch falsch! Der Film ist zu Beginn verschwommen und auch das Wackeln der Kamera muss man in Kauf genommen werden. Das einzige, was hierbei zugute gehalten werden kann, ist, dass man bei der Schießerei am Ende des Films der Eindruck gewonnen werden kann, mittendrin zu sein.
Wirklich gut an dem Film waren die Musik von Jan Hammer (Jazz-Pianist und -Keyboarder – Filmmusiker), Klaus Badelt (Komponist), John Murphy (Komponist) und dem Orchester „Organized Noize“ im Zusammenspiel mit wirklich tollen Bildern der Landschaften. Entfaltet werden konnte diese Wirkung vermutlich jedoch erst durch den Schnitt von William Goldenberg und Paul Rubell, die beides in Einklang miteinander gebracht haben.
Gegen die schauspielerische Leistung ist nichts einzuwenden. Beim Casting bekamen Colin Farrel und Jamie Foxx die beiden Hauptrollen. Angeblich aufgrund der gewissen Ähnlichkeit mit den Idolen Don Johnson und Philip Michael Thomas. Wo abgesehen von der Hautfarbe diese Übereinstimmung liegen soll, wird besonders dem Serienfan nicht deutlich.
Insgesamt war der Film vermutlich ein schwieriges Projekt, bei dem eine Frage hätte vorweg beantwortet werden sollen: Soll an die Serien angeknüpft werden und die Inhalte nur ins neue Jahrtausend übertragen werden, oder nutzt man lediglich die Idee?
Als Fazit kann festgehalten werden, dass die Leistungen der Schauspieler, die Musik und die Landschaftsbilder das Gesamtergebnis leider nicht herausreißen und es sich um einen B-Film handelt. Der Trailer versprach viel, in den USA hieß es sogar: „Einer der coolsten Filme des Sommers, ist einer der Besten des Jahres.“ Das waren sehr große Töne, nach denen der Zuschauer hätte mehr erwarten können. Tatsächlich jedoch konnte der Film dem nicht gerecht werden. Der Trailer enthielt inhaltlich bereits fast alle Highlights des Films und auch wer der „Maulwurf“ nun im Einzelnen war, bleibt offen.
Bezüge zur Serie gibt es, abgesehen vom Filmtitel und den Namen der Figuren, keine. Im Bezug auf Kult und Stil kommt der Film nicht ansatzweise an die Serien heran. Enttäuscht sein wird also sowohl der Fan der Serie, als auch jeder, der sich nach dem Trailer einfach nur auf einen tollen Kinoabend gefreut hatte. Ob man das Geld sparen will, oder nicht, muss im Endeffekt jeder selbst entscheiden. Wer jedoch ein großes Fernsehgerät oder einen Beamer und eine Dolby Surround Anlage besitzt, kann getrost auf die DVD warten.
(Gegen die Altersfreigabe ab 16 Jahren ist nichts einzuwenden.)
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Sie möchten ein wenig in Nostalgie schwelgen oder kenne die Serie vielleicht gar nicht? Dann lesen sie folgenden Artikel: Miami Vice – Die Serie
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