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Zufälle bestimmen das Leben, zum Guten oder zum Schlechten. Und den einen trifft es gleich mit beidem. So wie bei dem Autoverkäufer Max (Jürgen Vogel). „Machen Sie weiter wie bisher“, ist der gut gemeinte Rat seines Arztes, als er die Diagnose aufstellt - nicht operabler Bauchspeicheldrüsenkrebs. Eigentlich wollte er sich den Rat auch zu Herzen nehmen, doch aus dem Vorhaben seine letzten Stunden in Mexiko zu verbringen, wurde dann nur eine Stippvisite im Vorgarten eines Bauernhofs um die Ecke.
Dazu kommt es als er in einer Kurzschlussreaktion hektisch die Schwarzgeldkasse seines Freundes und Geschäftspartners Hans (Martin Feifel) sowie einen Jaguar unter dessen Augen mitgehen lässt. Klar dass davon Hans nicht sonderlich begeistert ist. Sofort setzt der zur wilden Verfolgungsjagd an, was dabei endet, dass Max samt Jaguar auf der Wiese neben dem Bauernhof von Emma (Jördis Triebel) schleudernd zum liegen kommt. Geweckt durch den nächtlichen Lärm springt sie kurzerhand im Nachthemd auf um etwaigen Insassen zu Hilfe zu eilen, weswegen Max dann am nächsten Morgen angeschlagen aber doch lebendig bei ihr im Gästebett aufwacht.
Zunächst versteckt vor der örtlichen Polizei und seinem Freund Hans, der ihn auch schon sucht, pflegt sie ihn bis er wieder auf die Beine kommt. Natürlich bläst seitdem ein neuer Wind durch Haus und Hof, was an dem tatkräftigen Einsatz von Max im Haushalt wie auch als Mechaniker liegt. Daran muss sich Emma erstmal gewöhnen, da sie ja bis dato nur zurückgezogen allein auf sich gestellt gelebt hat. Doch schnell findet sie Gefallen an seiner Unterstützung und später dann auch an ihm selbst.
Emma geht auf ihrem Hof der Schweinezucht nach, die sie auch liebevoll ausführt, was sich daran zeigt, dass sie zärtlich mit ihren Schweinen bis zum letzten Tag umgeht und mit ihnen sogar schmust während sie ihnen dabei schmerzlos die Kehle durchschneidet. Dazu erklärt sie: „Nur die Angst vor dem Tod ist schlimm, nicht der Tod selbst“. Mehr aus Überzeugung und Leidenschaft geht sie ihrer Zucht nach, denn viel Geld lässt sich damit nicht verdienen. Hoffnungslos durch den herunter gewirtschafteten Hof legt sie sich sogar mit dem örtlichen Polizeibeamten an, der hinter seiner Aufgabe ihr die Mahnbescheide der Schuldner zuzustellen, eigentlich nur die Absicht hat sie zu fragen, ob sie ihn heiraten möchte. Da kommt ihm nun Max in die Quere.
Doch nicht nur er kommt ihr gelegen, sondern auch eins seiner zwei kleinen Geheimnisse. Eins davon hatte er mit bei sich im Auto, wobei jedoch der Wagen unter seltsamen Umständen sofort nach dem Unfall ausbrannte. Dass Emma daran nicht ganz unschuldig war, verschweigt sie ihm vorerst. Bei seinem Geheimnis handelt es sich um das Schwarzgeld von Hans, welches dieser sich unter Max’ Mitwissenschaft durch illegale Zusatzgeschäfte mit seinem Autohaus verdiente. Genau dieses Geld macht ihr nun wieder Hoffnung, dass der Hof vielleicht doch gerettet werden könnte. Sie lässt Max darüber aber im Ungewissen, dass sie sich diesem angenommen hat, obwohl der sich natürlich schon auf die Suche danach begeben hat.
Durch einen Zufall bekommt Max mit, dass das Geld doch nicht im Wagen verbrannt ist, so wie Emma es ihm weismachen wollte. Obwohl er sauer darüber ist, dass sie ihn angelogen hat, kann er ihr nicht lange böse sein. Als er ihr dann sein zweites Geheimnis lüftet, dass er unheilbar krank ist, lässt dies auch ihr letztes bisschen Zurückhaltung ihm gegenüber verschwinden, wobei dann eins zum anderen führt und beide zueinander finden.
Nun kommen beide, die vorher zurückgezogen gelebt haben, aus ihren Schneckenhäusern heraus und finden ein Stück neue Lebensfreude. Diese Freude wird durch wunderschöne idyllische Bilder unterstrichen, die der 1974 geborene Regisseur Sven Taddicken in die Geschichte nach Claudia Schreibers Roman einflechtet. Doch was wird nun aus dem kranken Max und der verschuldeten Emma?
An dieser Stelle sei nun nicht zu viel verraten. Wer sich nun einer frischen Liebeskomödie mit einem ernsten Hintergrundthema, nämlich das der aktiven Sterbehilfe, hingeben möchte, dem sei dieser poetische Film ans Herz gelegt. Resolut und doch gefühlvoll spielt die 28-jährige Berlinerin hier ihr Kinodebüt an der Seite von Jürgen Vogel so authentisch, das der Zuschauer ihr sogar die schwarzen Ränder unter ihren Fingernägeln als normal gegeben abkauft.
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