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Schon seitdem wir uns erinnern können, kennen wir sie, die Namensänderungen unserer Supermärkte, Warenhäuser und Lebensmittelgeschäfte. Aus „Coop“ wurde „Sky“, aus „Hertie“ „Karstadt“ und in jüngster Zeit aus „Spar“ auch noch „Edeka“.
Dient der Namenswechsel dabei nur einer erfolgsversprechenden Marketingstrategie, steht ein Managementwechsel dahinter oder gibt es andere Gründe für das neue Schild am Einkaufsladen?
In naher Zukunft stehen dem Verbraucher wieder einige Namensänderungen ins Haus. Bereits nächstes Jahr wird der altbekannte Name „Karstadt“ aus vielen deutschen Innenstädten verschwinden. Diese Namensänderung betrifft 74 kleinere Karstadt-Filialen der Karstadt-Kompakt-Gruppe. Die Karstadt-Kompakt-Häuser, die in Deutschland 4.800 Mitarbeiter beschäftigen, wurden am 1. Oktober 2005 vom Karstadt-Quelle-Konzern ausgegliedert und an die britische Investmentgruppe Hilco / Dawnay Day verkauft.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung von Karstadt Kompakt und früherer Deutschland-Chef von Wal-Mart, Kay Hafner, betonte: „Wir etablieren eine neue Warenhauskette mit einem eigenständigen Profil und neuer Marke“. Gerüchte, dass der Ende der 90er Jahre aus deutschen Städten verschwundene Name „Hertie“ wieder belebt werde, wie die „Lebensmittel-Zeitung“ berichtete, bestätigte er nicht.
Nachdem die Karstadt AG im Jahre 1994 die Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH erworben hatte, wurden nach und nach bis heute alle Hertie-Filialen in „Karstadt“ umbenannt, geschlossen oder verkauft. Die einzige Ausnahme bildet das noch heute seit 1905 als „Hertie“ bestehende Traditionshaus am Münchner Hauptbahnhof. Der einheitliche Name „Karstadt“ gestaltete sich als kostengünstiger, gab Karstadt-Sprecher Michael Scheibe im Jahre 2001 als Grund für die Umbenennung der letzten Hertie-Häuser an. Durch die Vereinheitlichung des Namens konnten sowohl der Internetauftritt als auch die Werbung unter einer Marke laufen.
Seit letztem Jahr werden wir auch Zeuge eines Namenswandels im Supermarktgeschäft. Wir beobachten, wie nach und nach die grüne Tanne der Spar-Supermärkte den gelb-blauen Schriftzügen der Edeka-Gruppe weicht. Auch hier liegen die Gründe in einer Unternehmensübernahme. Die Handelskette Edeka erwarb im September 2005 die deutsche Spar Handelsgesellschaft mbH und ließ die meisten Spar-Märkte inzwischen auf „Edeka“ umflaggen. Dank einiger freier Spar-Einzelhändler wird der Markenname „Spar“ wohl, zumindest vorerst, nicht ganz aussterben.
Weniger nachzuvollziehen sind die Namensänderungen beim deutschen Handelskonzern REWE. Letztes Jahr noch wurden die Filialen der Marken „HL-Markt“, „Stüssgen“ (regional in Köln) und „Otto Mess“ (regional in Düsseldorf) in die Erfolgsmarke „Minimal“ integriert. Doch schon im Spätsommer diesen Jahres soll auch das „Minimal“-Logo aus den Schriftzügen der REWE-Märkte verschwinden. Neben „Minimal“ sollen auch die Supermärkte der Marke „Toom“ als REWE-Märkte ausgewiesen werden. „Durch nationale Werbekampagnen in TV und Print erhält die Marke REWE eine ganz andere Durchschlagskraft und Wahrnehmung“, betonte der neue REWE-Chef Achim Egner. Außer der Discounterkette „Penny“ fahren dann alle Supermärkte der REWE-Gruppe zukünftig unter der Flagge des REWE-Logos.
Der Name unserer Supermärkte und Warenhäuser wird sich in Zukunft sicher noch öfter ändern. Aber seien wir doch mal ehrlich, solange das Angebot und die Qualität nicht zu wünschen übrig lassen, soll uns das Schild am Eingang, welche Farbe es auch aufweist, doch nicht stören.
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