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Madrider Modewoche: Laufstegverbot für Magermodels


12.09.2006 (I. Kutta) Kategorie: Lifestyle

Bild: www.mittelbayerische.de

Sensationelle Premiere in der Welt der Modebranche: Die Madrider Modewoche „Pasarela Cibeles“ setzte ein Exempel mit dem Ausschluss von Magermodels auf ihrem Laufsteg. Damit reagierten die Veranstalter der internationalen Modenschau, die am 18. September 2006 ihre Pforten für fünf Tage in der spanischen Hauptstadt öffnet, auf eine Empfehlung des spanischen Parlaments aus dem Jahre 1999 und auf unaufhörliche Proteste von Verbraucherverbänden und Eltern. Die Präsentation zu magerer Models könne Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimie bei Jugendlichen begünstigen.

Die „Pasarela Cibeles“ lehnte als erste Modenschau circa 30 % der Bewerberinnen wegen Untergewichts ab. Teilnehmen dürfen ab diesem Jahr nur noch Models mit einem Body Mass Index (BMI) über 18. Dieser berechnet sich aus dem Körpergewicht des Models geteilt durch seine Größe zum Quadrat genommen. Beispielsweise muss nach den neuen Bestimmungen ein Model mit einer Größe von 1,75 mindestens 56 Kilogramm auf die Waage bringen.

Bei einem Body Mass Index von unter 16 sei mit einer Essstörung wie Magersucht oder Bulimie zu rechnen. Spanische Designer haben dieses Problem erkannt. Es sei von entscheidender Bedeutung, auch die Modebranche für diese Problematik sensibel zu machen und die ohnehin schon bei Jugendlichen verbreiteten Krankheiten nicht noch mehr zu fördern.

Experten gehen davon aus, dass ein Grund für die Entstehung einer Essstörung das derzeit herrschende Schlankheitsideal sein kann. Immer dünnerere Models und dessen Vorbildfunktionen führen mehr und mehr in eine ungesunde, krankhafte Ansicht des eigenen Körpers, vor allem bei jungen heranwachsenden Mädchen.

Etwa jede fünfte Magersucht endet sogar tödlich. Der tragische Fall einer 22-jährigen beschäftigt derzeit die Medien in Österreich und schockiert die Bevölkerung. Am 6. September 2006 verlor die junge Grieskirchnerin den Kampf gegen die Magersucht und starb durch Organversagen, nachdem die 1,70 m große Frau auf 33 Kilogramm Körpergewicht abgemagert war.

Den Veranstaltern der Madrider Modewoche sei gedankt, dass sie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, den Teufelskreis falscher Vorbildfunktionen zu durchbrechen. Bleibt zu hoffen, dass auch andere Länder diesem positiven Beispiel folgen werden.



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