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Ludwig Koch ist zurzeit einer der glücklichsten aber auch traurigsten Väter Österreichs. Nach acht langen Jahren könnte seine Tochter endlich wieder zu Hause sein. Aber stattdessen wird sie im Spital von ihrem Vater und allen anderen abgeschirmt. Natascha Kampusch erregte in den letzten Wochen durch ihre Flucht besonderes Aufsehen. Sie war mit zehn Jahren entführt und eingesperrt worden und ist nun als junge Frau im Alter von Jahren ihrem Entführer entkommen.
Der besorgte Vater wirft Nataschas Psychiater Max Friedrich vor, dass Nataschas Fernsehauftritt viel zu verfrüht war. Ludwig Koch trat in der italienischen Talk-Show „Piazza Grande“ auf. In dem Interview kritisierte er den Lauf der Dinge.
„Es war offensichtlich, wie sehr Natascha dieser Auftritt anstrengte. Friedrich selber hatte kurz nach der Befreiung behauptet, dass Natascha Zeit zur Erholung brauchte. Ich hätte ihr mehr Zeit vor einem öffentlichen Auftritt gelassen, mindesten einen oder zwei Monate. Sie hätte es sich verdient.“
Mehrere Psychiater hätten ihm versichert, dass es das Beste für Natascha wäre, wenn sie sich jetzt bei ihrer Familie erholen könnte. Man ist auch der Meinung, dass die Familie unterstützt werden sollte. Max Friedrich, der Natascha seit ihrer Rückkehr betreut, ist da aber anderer Meinung.
Der 51-jährige Bäckermeister Koch durfte seine Tochter im Krankenhaus besuchen, allerdings nur in Anwesenheit eines Betreuers. Koch zweifelt daran, dass diese Situation gut für sie ist. Er ist der Meinung, dass sie das Recht haben sollten, sich frei und unbeobachtet zu unterhalten. „Jetzt ist sie gefangen, wie vorher“, erklärte er. Die Ärzte entscheiden, wann und wie oft er sein Kind besuchen darf. Der Jugendpsychiater Max Friedrich will zu verstehen geben, dass Natascha das so will. Dem soll aber nicht so sein. Bei seinem letzten Besuch wollte die Tochter ein Familienfoto machen, Friedrich verbot das allerdings.
Ludwig Koch kämpft verzweifelt darum, seine Tochter zurück zu bekommen. In einem Interview gegenüber der Zeitschrift „die aktuelle“ gab er an, dass Natascha zwar aus ihrem Verlies entkommen sei, er sie aber ein zweites Mal verloren habe. Man habe sie ihm sofort wieder weggenommen.
In der Zeit der Ungewissheit bis zum Tag der Flucht lebte der Mann wie in Trance. Egal ob er zur Arbeit gefahren ist, Teig geknetet hat oder Brot aus dem Ofen geholt hat: seine Tochter war in Gedanken immer bei ihm. Auch sein Alkoholproblem brachte er zur Sprache. „Ich habe Medikamente genommen um einzuschlafen, um wach zu bleiben. Ich habe auch Alkohol getrunken, um meine Gedanken zu betäuben. Es gab nichts, was ich nicht genommen habe.“
Das erste Wiedersehen von Vater und Tochter war voller Freude, aber auch voller Enttäuschung. Die Familie durfte nicht alleine sein. Während Natascha in fast allen nationalen und internationalen Medien erschienen ist, durfte ihr Vater sie bisher nur dreimal sehen. Er gab an, darum betteln zu müssen, seine Tochter besuchen zu dürfen. Weiter erzählte er, dass er Natascha ein Handy besorgt habe, damit sie ihn jederzeit anrufen könnte. Er will für sie da sein und sie beschützen, aber das Handy ist wie tot. Ludwig Koch glaubt, dass man ihr das Handy weggenommen habe. „Für die Herrn scheint der Vater gefährlich zu sei“, meinte er zur „Aktuellen“.
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