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Die US-Behörden haben schon lange keine Spur mehr vom Terrorfürsten Osama Bin Laden. Fünf Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 dringen brisante Informationen an die Öffentlichkeit. Die „Washington Post“ berichtet, dass die Ermittler seit zwei Jahren keine brauchbaren Hinweise mehr bekommen haben. Auch die „New York Times“ lüftete ein Geheimnis. Demnach soll der Bin-Laden-Vertraute Subeida von der CIA gefoltert worden sein.
In der „Washington Post“ wurde am Sonntag, dem 10. September 2006 ein Artikel mit dem Titel „Bin Laden Trail >>Stone Cold<<“ (Bin Ladens Spur wird eiskalt) veröffentlicht. Darin steht, dass die US-Behörden seit mehr als zwei Jahren weder brauchbare Tipps von ihren Informanten erhalten, noch Anhaltspunkte auf Satellitenbildern oder elektronische Spuren von Osama Bin Laden gefunden haben. Ein US-Sicherheitsbeamter gab zu, dass die handvoll Informationen, die sie besitzen, nicht annähernd zur Aufklärung beitrügen.
Eine zeitlang wurde auch spekuliert, dass der Terrorfürst bereits verstorben sei. Osama bin Laden war angeblich mit einer Dialyse behandelt worden. Das Blutreinigungsverfahren wird vor allem bei akutem oder chronischem Nieren- oder Leberversagen angewandt. Die Information, dass seine Gesundheit angeschlagen sei, führte zu den Spekulationen über seinen Tod.
In den letzten drei Monaten hatte US-Präsident George W. Bush die Sicherheitsdienste angewiesen die Region zu „überschwemmen“. Die CIA erhöhte die Anzahl ihrer Agenten im Grenzgebiet zwischen Pakistan und Afghanistan, in dem sich Bin Laden laut letzten Angaben aufhalten soll. Auch die National Security Agency (NSA) und andere Behörden verstärkten ihre Einheiten im besagten Gebiet. Ein Sprecher des Nationalen Zentrums für Terrorabwehr offenbarte der „Washington Post“, dass die Suche nach Bin Laden neben den mangelnden Informationen auch dahingehend erschwert würde, da es bereits Probleme gäbe, die Region, in der sich Bin Laden angeblich aufhält, zu definieren. Den Anwohnern dieser Gegend könne der Terrorfürst ohne Bedenken vertrauen, so dass er sich nicht einmal vom Fleck bewegen müsse.
Auch die „New York Times“ veröffentlichte am Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center pikante Details. Die CIA habe trotz Protesten der Bundespolizei FBI den Bin-Laden-Vertrauten Abu Subeida in einem Gefängnis in Thailand gefoltert. Aufgrund dieser brutalen Verhörmethoden sei es zu einem Bruch zwischen CIA und FBI gekommen. Subeida, der einer der Al-Qaida-Anführer sein soll, wurde bereits 2002 in Pakistan gefasst und nach Thailand in ein Geheimgefängnis gebracht. Dort wurde er von FBI-Angehörigen verhört und seine schweren Verletzungen behandelt. Die Beamten hätten auch auf Arabisch mit ihm gesprochen, um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen.
Später habe die CIA die Vernehmungen übernommen. Die Beamten waren davon überzeugt, dass Subeida unter den gewöhnlichen Befragungsmethoden zu wenig aussage. Daher griffen sie auf verschärfte Verhörmittel zurück, die laut „New York Times“ vom weißen Haus genehmigt wurden. Unter anderem soll der immer noch geschwächte Gefangene damals nackt ohne Decke oder Bett in einer Zelle gelegen haben, wobei die Klimaanlage soweit heruntergedreht war, dass er nach Aussagen eines Beteiligten, blau anzulaufen schien. Außerdem soll er mit lauter Musik beschallt worden sein. Dem Bericht der Zeitung zu Folge, sollen sich FBI-Beamte gegen diese Verhörmethoden geäußert haben.
US-Präsident Bush hatte Anfang September die Existenz von CIA-Geheimgefängnissen eingeräumt. Demnach war Subeida eines von 14 Top-Al-Qaida-Mitgliedern, die aus solchen Gefängnissen in das US-Lager Guantanamo auf Kuba überstellt wurden.
Die Informationen, die das Schweigen Osama bin Ladens betreffen, sind unterschiedlich. Während die US-Geheimdienste offiziell angeben, seit gut zwei Jahren keine Informationen mehr erhalten zu haben, wurde auf dem Fernsehsender Al Jazeera im Januar 2006 eine Tonaufnahme des Terrorfürsten Osama Bin Laden veröffentlicht. In dieser hatte er den USA mit neuen Terroranschlägen gedroht, aber ebenso einen Waffenstillstand angeboten. Der Schrecken der Vereinigten Staaten selbst scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein, während seine Anhänger weiterhin auf der ganzen Welt Angst verbreiten.
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