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Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders


25.09.2006 (J. Rohrbach) Kategorie: Kultur

Bild: www.filmstarts.de

Das Verfilmen eines Buches ist eine sehr schwere und heikle Angelegenheit, vor allem wenn es um Bestsellerromane geht. In diesem Jahr hat sich der deutsche Regisseur Tom Tykwer dieser Herausforderung angenommen und sich mit „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ einer breiten Masse von Kritikern gestellt, denn bis vor wenigen Jahren galt dieses Buch noch als unverfilmbar.

Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte es daher unbedingt nachholen, besonders wenn er den gleichnamigen Beststeller von Patrick Süskind kennt. Auch wenn es viele Kleinigkeiten zu kritisieren gäbe, wie es nicht anders der Fall sein kann bei solch einem Projekt, lohnt trotzdem allein die Art der Umsetzung des Stoffes den Kinobesuch.

Kurz zusammengefasst geschieht in Buch wie Film folgendes: Jean-Baptiste Grenouille wird 1738 auf dem Fischmarkt im stinkenden Paris geboren und überlebt mit einer fast übermenschlichen Zähigkeit den von seiner Mutter versuchten Kindsmord, das harte Leben als Kostkind sowie die schweren, um nicht zu sagen lebensgefährlichen Arbeiten in der Gerberei.

Ausgestattet mit einem absoluten Geruchssinn, ohne selbst jeglichen Eigengeruch zu besitzen, wird er von den anderen Menschen gefürchtet und missachtet. Während er sämtliche Gerüche seiner Umwelt wie ein Schwamm in sich aufsaugt und in seinem Gedächtnis speichert, begegnet er dem für ihn unwiderstehlichen Duft einer schönen jungen Frau, die er umbringt, um ihren Geruch ganz in sich aufnehmen zu können.

Doch dieser verfliegt schnell und Grenouilles einziges Ziel ist es nun, die Kunst der Konservierung von Düften zu erlernen und beginnt eine Lehre bei Giuseppe Baldini, dem ehemals besten Parfumeur der Stadt, gespielt von Dustin Hoffman.

Mit dem erlernten Wissen tötet er 25 (im Film 13) weitere Jungfrauen und konserviert ihren Geruch, um aus ihm ein einzigartiges Parfum zu machen, welches ihm die Aura eines Unschuldigen gibt und ihn so im letzten Moment vor der Todesstrafe rettet. Doch die Macht, die er sich selbst mit diesem Parfum gegeben hat, bedeutet ihm nichts und so kehrt er an den Ort seiner Geburt zurück, um sich von den Armen der Stadt aus Gier verschlingen zu lassen.

Was dem Leser des Buches an Details und Duftnoten schwer darstellbar erscheint, wurde im Film auf wundersame Weise beinahe riechbar gemacht. An vielen Stellen der Vorstellung konnte man hören, wie die Zuschauer tiefer atmeten, fast so, als wollten sie die Gerüche des stilvoll dargestellten in sich aufnehmen. Was schon im Buch an Düften nur mit Worten umschrieben und durch die eigene Fantasie verarbeitet werden konnte, war hier nun mit anderen Sinnen aufnehmbar. Farben und Formen wie die der grellgelben Mirabellen Jean-Baptiste Grenouilles ersten Opfers oder die der knallroten Rosenblüten in der Destillerie, sowie die Geräusche des laut schnüffelnden und leise atmenden Mörders verleiten einen zum intensiven Mitriechen mit geschärftem Sinn, die nur leider die schönen Gerüche der Geschichte nicht wahrnehmen kann. Aber auch die zahlreichen schlechten Gerüche im Paris des 18. Jahrhunderts kann man anhand der Bilder leicht erahnen.

Dieser Film gehört zu den wenigen, die man nach dem Genuss des Bestsellers nicht als einzige Enttäuschung empfindet, da er sich größtenteils sehr eng an das Buch hält. Er kann an den meisten Stellen sogar als optische Ergänzung zum Buch verstanden werden, denn mit seinen brillanten Bildern stört er die eigene Vorstellung des Lesers kaum. Was optisch jedoch in den Hintergrund tritt oder der Auslegung bedarf, wird dem Zuschauer von der angenehmen Stimme des Erzählers Otto Sander vorgelesen, was der Geschichte einen Funken Märchenhaftigkeit verleiht.

Auch mit Erotik geizt der Film nicht. Er findet jedoch ein gutes Maß. Die Opfer Grenouilles sind wunderschöne Frauen, deren Ausdruck und zu riechen geglaubter Duft so manches Herz höher schlagen lassen kann.

Schade ist nur, dass der Hauptdarsteller so gar nicht mit dem Mörder des Buches in Einklang zu bringen ist. Was dort als wahrhaft gefühlloses Monster dargestellt wird, ist im Film ein netter, höchstens etwas absonderlicher junger Mann, den man durchaus als attraktiv bezeichnen kann und der zum Schluss sogar scheinbar an gebrochenem Herzen vergeht und aus diesem Grund seinen Tod beschließt. Der Qualität des Filmes tut dies aber kaum Abbruch, er ist und bleibt empfehlenswert!

      
Bilder: www.filmstarts.de(Zum Betrachten der Bilder auf das jeweilige Bild klicken!)



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