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Gratis bleibt nicht immer gratis


26.09.2006 (I. Kutta) Kategorie: Computer

Bild: www.offensived-berlin.de

Die „Gratis-Abzocke“ im Internet ist lange schon kein Geheimnis mehr, doch trotzdem lassen jedes Jahr Millionen von Euro die Kassen der Internet-Betrüger klingeln. Hauptgrund des Dilemmas ist, dass die abgezockten Kunden häufig gar nicht mitbekommen, dass sukzessiv Geld von ihren Bankkonten abgebucht wird. Die Masche der Betrüger ist alt, funktioniert allerdings immer noch.

Gratis-Angebote präsentieren sich in greller, knalliger und vor allem großer, fetter Schrift auf der Homepage des Abzockers. So fällt das angebliche Gratis-Angebot jedem Besucher sofort ins Auge. Ähnlich dekorativ und farbenfroh werden Gewinnspiele als Lockangebote ausgeschrieben. Die Vertragsbedingungen mit möglichen Abonnements und sonstigen Zahlungsaufforderungen befinden sich dagegen meist nur ganz klein gedruckt in den gut darüber hinaus noch versteckten Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die Methoden bewegen sich häufig am Rande der Legalität. Verbraucherschützer werden hellhörig und so kam es in der letzten Zeit verstärkt zur Aufdeckung dubioser Betreiber. Jüngstes Beispiel ist die Internet-Firma www.Simsen.de. Auf der Homepage des Betreibers wird der Kunde von einem Registrierungsformular willkommen geheißen, mit dessen Ausfüllen er hätte 100 gratis SMS verschicken können.

Wer sich die Mühe macht und einen Klick weiter auf die AGB in einer Unterseite geht, findet im Kleingedruckten folgenden Hinweis: „Sofern der Kunde die Testmitgliedschaft nicht innerhalb von 14 Tagen kündigt, verlängert sich der Vertrag in eine Mitgliedschaft mit einer Mindestvertragslaufzeit von zwölf Monaten.“ Weiter unten auf der Website steht – ebenso klein gedruckt – der Preis von 7,00 Euro im Monat, die der Kunde dann einen Jahr lang jeden Monat brav zahlen muss.

Besonders interessant dabei ist, dass sich der Vertrag, wenn er nicht in dieser Zeit gekündigt wird, jeweils erneut automatisch um ein weiteres Jahr verlängert. Auch dieser Hinweis wird in kleiner Schrift dargestellt. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Simsen bereits wegen Betruges. Immerhin kann sich derzeit kein Nutzer mehr bei Simsen anmelden. Ob die getäuschten Kunden allerdings ihr Geld zurück erhalten, wird sich zeigen.

Michael Dunkl von der Arbeiterkammer Niederösterreich empfiehlt Internetnutzern dringend, sich die verlockenden Angebote eindringlich anzusehen und auch auf klein gedruckte Bedingungen zu achten, bevor sie ihre Daten im Internet preisgeben.

Auch bei www.Probino.de werden momentan keine Neuanmeldungen angenommen. Im Fall Probino ermittelt die Staatsanwaltschaft Wiesbaden wegen Verstößen gegen mehrere Datenschutzbestimmungen. Die Betreiber haben inzwischen allerdings ein neues Portal eingerichtet: www.probenzauber.de. Die ersten Beschwerden über zweifelhafte Zahlungsaufforderungen liegen schon vor, doch die Abzocke geht weiter.



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