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Anti-Star Johnny Depp im Portrait


29.09.2006 (M. Tremschnig) Kategorie: Lifestyle

Bild: www.johnnydeppfan.com

Johnny Depp ist wohl ein einzigartiger Paradiesvogel unter den Stars, welche die weltbekannte Filmstadt Hollywood bevölkern. Dabei ist er, den manche gar als „anders“ und „ungewöhnlich“ bezeichnen, möglicherweise gar nicht so idealistisch - viel mehr versteht er sich darauf, dem Starrummel weitgehend fern zu bleiben und sein (ohnehin gut gehütetes Familienleben) privat zu halten.

Die Tatsache, dass Johnny Depp - obwohl er ständig mit guten Filmen im Kino vertreten ist - trotzdem nicht in jeder „Klatschzeitung“ auftaucht, macht ihn zu einer geheimnisvollen, fast unnahbaren Person. Durch seine schauspielerischen Fähigkeiten und seinen unwiderstehlichen Charme überzeugt er die Mehrzahl der Kinobesucher von seiner Authentizität. Manche vergleichen ihn durch seine „unangepasste Art“ sogar mit Legenden, wie Marlon Brando oder James Dean.

Egal, welche Rolle „Dresscode-Verweigerer“ Johnny übernimmt; immer scheint es, als sei der überaus vielseitige Schauspieler, Regisseur und Musiker mit eben dieser Rolle geboren worden. So glänzte er nicht nur in den beiden ersten Teilen der „Fluch der Karibik“-Triologie (2003, 2006), sondern auch in den Filmen „Edward mit den Scherenhänden“ (1990) „Fear and Loathing in Las Vegas“ (1998), „Sleepy Hollow“ (1999), „Blow“ (2001) sowie „Charlie und die Schokoladenfabrik“ (2005).

Alles sFilme, die ungewöhnliche Figuren darstellen - und die Vorliebe, diese darzustellen, besitzt Johnny tatsächlich: So besitzen beispielsweise die Verkörperungen von etwa „Gilbert Grape“, „Jack Sparrow“ oder „Raul Duke“ eine beachtliche „Echtheit“ in ihrer Darstellung.

Johnny Depps Werdegang:

John Christopher Depp II wurde am 9. Juni 1963 in Owensboro, Kentucky, geboren. Durch endlose Wohnortswechsel seiner Familie, die Scheidung seiner Eltern und schlechte Zensuren dürfte seine Kindheit nicht allzu glücklich verlaufen sein. Später kamen auch noch Drogen ins Spiel.

Als Jugendlicher brach Johnny zu Gunsten seiner Musikkarriere vorzeitig die Schule ab. Zu dieser Zeit begann er, mit seiner ersten Band „The Flame“ durch diverse Bars zu touren, bevor sich diese in „The Kids“ umbenannte und es sogar zur Vorgruppe von „Iggy Pop“ brachte. Jedoch währte der Erfolg nicht lange, die Band verschwand in Los Angeles in der Versenkung und Johnny heiratete die Künstlerin Lori Anderson.

Obwohl die Ehe nicht lange hielt, war sie immerhin lang genug, um Nicolas Cage kennen zu lernen. Ihm ist zu verdanken, dass Johnny Depp einen Agenten erhielt und den Sprung ins Showgeschäft schaffte.

Sein Filmdebüt gab Johnny schließlich mit dem Film „Nightmare on Elm Street“. Um sein Talent zu formen, entschied er sich jedoch bald für Schauspielunterricht. Im Jahr 1987 erreichte ihn das Angebot, den „Tommy Hanson“ in der legendären TV-Serie „21 Jump Street“ zu mimen. Obwohl er sich nicht mit der Rolle identifizieren konnte, nahm er an und mutierte innerhalb von nur drei Jahren zum Helden der Jugend. Währenddessen wurden die breite Masse und Traumfabrik Hollywood auf den Newcomer aufmerksam.

Nach dem Film „Cry-Baby“ (1990), in dem der talentierte Schauspieler die erste Hauptrolle seines Lebens spielte, wurde es für einige Zeit still um Johnny Depp - zumindest was seine schauspielerischen Leistungen anbetraf. Johnny mutierte zunehmend zum Rebellen und sorgte nach seinen ersten Erfolgen durch Eskapaden und Zertrümmerung seines Hotelzimmers für Aufsehen.

Bald konzentrierte er sich jedoch wieder auf die Schauspielerei. Mit „Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa“ und „Don Juan DeMarco“ konnte er überzeugen und lief zu Hochform auf. Klassiker, wie „Donnie Brasco“, „Die Frau des Astronauten“, „Sleepy Hollow - Köpfe werden rollen“ und „Chocolat“ folgten und verhalfen ihm dazu, seinen Bekanntheitsgrad zu steigern.

Johnny war nach den ersten Jahren seiner Karriere nun reifer und klüger geworden. Sein anfangs unfreiwilliger, kurzzeitiger Ausflug mit „21 Jump Street“ auf die Mattscheibe lehrte ihn, Filmrollen mit Bedacht auszuwählen. Auch heute spielt Johnny Depp oft in Filmen, die nicht versprechen, ein Kassenschlager zu werden. Und trotzdem oder möglicherweise vielmehr deswegen feiert Mr. Depp immer wieder große Erfolge auf den Kinoleinwänden.

Alleine sein Name scheint auszureichen, um dem jeweiligen Film Qualität zuzuschreiben und eine Vielzahl von Menschen ins Publikum zu locken.

In seinem Seeräuber-Spektakel „Fluch der Karibik II“ brilliert Johnny als personifizierter Pirat, der mit alten Klischees rund um das Piratentum kräftig aufräumt. Gar nicht düster, aber immer ein bisschen „beschwipst“ und „sonnenverbrannt“ versucht Johnny (alias Jack Sparrow) sich als Captain der „Black Pearl“ und gegen seine Widersacher zu behaupten.

Obwohl Johnny heute ein Familienmensch ist, war er nicht immer der „Saubermann“, den er heute nahezu verkörpert. Früher schienen sich seine Interessen vorwiegend auf die Partyszene und das Erobern von Kolleginnen (wie etwa Winona Ryder oder Jennifer Grey) als auf die Schauspielerei zu richten. So war sein Club „Viper Room“ Anfang der 90er Jahre für ausgelassene Drogen- und Alkoholpartys berüchtigt. Selbst der Drogentod seines Schauspielerkollegen River Phoenix, der vor seinem Lokal an einer Überdosis Speedball starb, konnte seinem Ruf auf lange Sicht nicht schaden. Aber als unbescholten galt Johnny sowieso nie.

Mittlerweile ist Johnny geschieden, lebt aber seit 1998 mit Freundin Vanessa Paradis zusammen in Frankreich. Das gemeinsame Glück gekrönt haben die Kinder Lily-Rose Melody (*1999) sowie Sohn John „Jack“ Christopher III (*2002).

Auf die Frage hin, wie denn eine Rolle sein müsste, um in Johnny Depp ihre Verkörperung zu erfahren, meinte dieser einmal ganz simpel: „Ich nehme eine Rolle an, wenn ich mich in den Charakter verliebe.“

Hoffen wir also, dass Johnny noch viele Rollen angeboten werden, an welche er sein Herz verliert und dass er jeder Figur weiterhin dieselbe Melancholie, Tiefgründigkeit und Ironie verleiht, die ihn selber auszeichnet und ihn als Schauspieler so besonders macht.

Was sagen Sie zu Johnny Depp? Welche seiner Filme gefallen Ihnen besonders gut? Teilen Sie uns ihre Meinung im Life-Go-Forum mit. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!



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