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Formel 1-Karriereende: Schumacher erklärt Rücktritt


30.09.2006 (H. Bylinski) Kategorie: Sport

Bild: www.autobild.de

Neunzig Mal stand Michael Schumacher in seiner Karriere ganz oben auf dem Siegertreppchen der Formel 1, doch der Schlussakkord dieser glanzvollen Karriere wurde nun angestimmt. Den legenderen roten Ferrari-Anzug wird „Schumi“ am 22. Oktober 2006 in Sao Paulo das allerletzte Mal tragen und seinen 250 und somit letzten Grand Prix bestreiten. Der 37-jährige wird auf eine Vertragsverlängerung bei Ferrari verzichten. Noch zwei Rennen, dann ist die Ära Michael Schumacher beendet. Doch wie begann diese glanzvolle Bilderbuchkarriere?

Der am 3. Januar 1969 geborene Kerpener fuhr schon mit fünf Jahren seine ersten Kart-Rennen. Der Enthusiasmus am Kartfahren nahm mit den Jahren immer mehr zu. 1980 bauten die Mitglieder des Kerpener Kartclubs eine neue Bahn im Kerpener Stadtteil Manheim. Michael und Bruder Ralf fuhren hier nun in jeder freien Minute. Für Meisterschaftsrennen war Michael allerdings noch zu jung, auf die deutsche Kart-Lizenz musste er bis 1983 warten.

1986 nahm er erstmals an der Deutschen Kartmeisterschaft teil und wurde auf Anhieb Dritter im Endklassement – ebenso bei der Europameisterschaft. Im Jahr 1987 folgte dann der zwischenzeitlich größte Triumph: Michael Schumacher gewann die Deutsche Kartmeisterschaft und die Europameisterschaft.

Im Jahre 1988 bestritt Michael Schumacher seine erste Saison in einem Formel-Rennwagen. Endlich konnte er zeigen, was er in seiner Kartzeit gelernt hatte. Doch der Aufstieg gestaltete sich schwierig und steinig: Er musste ein Angebot zu einer ersten Testfahrt in einem Formel Ford* ablehnen, weil ihm die geforderten 500 DM Startgeld fehlten. Bei der nächsten Testmöglichkeit unterschrieb er einen Vertrag in der Formel 3 (beim Euphra Formel-Ford-Team).

Bei der nächsten Testmöglichkeit unterschrieb er einen Vertrag in der Formel 3 beim Euphra Formel-Ford-Team. Zusätzlich sicherte er sich einen Platz in der Formel König**. Hier zeigte Michael sein Naturtalent und gewann neun von zehn Läufen souverän und damit auch die Meisterschaft.

Auf der Suche nach neuen Fahrer-Talenten entdeckte Willi Weber Michale Schumacher. Bei einem Formel Ford-Lauf auf dem verregneten Salzburgring stürmte Michael innerhalb einer Runde von Platz sieben auf Platz eins nach vorne.

Für den Werdegang nach der Formel 3 plante Willi Weber für Michael Schumacher Lehrjahre bei Mercedes-Benz in der Gruppe C-Weltmeisterschaft. Den Einstieg in die Formel 1 über die Formel 3000 lehnte er ab.

Schumacher sollte professionelle Presseauftritte lernen, Rhetorik-Kurse besuchen, Interviews in Englisch führen. Bezüglich der Rennen lernte der Junior mit der extremen Leistung der Rennwagen (annähernd 700 PS) und der extrem hohen Geschwindigkeit umzugehen. Sein erfahrener Co-Pilot Jochen Mass zeigte ihm, wie man ein Fahrzeug professionell abstimmt. Außerdem erlernte Schumacher über einen längeren Zeitraum eine Material schonende Fahrweise und Renntaktik.

Im Jahr 1990 holte Michael Schumacher nach, was er im vorherigen Jahr knapp verpasste: Den Formel 3-Meisterschaftstitel.Und das, obwohl die Saison alles andere als positiv begonnen hatte. In den ersten beiden Rennen in Zolder und Hockenheim fiel er aus. Beim dritten Rennen auf dem Nürburgring punktete er als Fünfter.

Mitte August 1991 feierte er beim belgischen Grand Prix in Spa sein Debüt, nachdem er mit Unterstützung seines Teams und seines Managers Willi Weber ohne die sonst üblichen finanziellen Hürden im Ford-Team des Iren Eddie Jordan untergekommen war.

Schließlich landete er bei Benetton-Ford und für das Team des italienischen Strickmodenproduzenten bestritt Schumacher dann auch die restlichen Saisonrennen. Schon beim zweiten Antreten im Benetton holte sich der „Grünschnabel“ mit Platz fünf zwei Punkte für die Weltmeisterschaft und ließ dabei sogar seinen routinierten Teamkollegen Nelson Piquet hinter sich. Schließlich beendete er seine „Kurzsaison“ an guter zwölfter Stelle.

Und dann ging’s bekanntlich erst so richtig los. Als achtfacher oder vielleicht sogar bald neunfacher Weltmeister wird er sicher für lange Zeit als ungeschlagen in die Sportgeschichte eingehen.

(*Die Formel Ford war eine Rennserie für Formel- bzw. Monoposti Rennwagen. **Als Formel König bezeichnete man die 1987 vom Unternehmer und Hersteller von Autositzen Richard König begründete Markenformel- Nachwuchsserie, die 2005 nach Rückzug des letzten großen Sponsors eingestellt wurde.)



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