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Ermordung von zwei Journalisten in Afghanistan


08.10.2006 (S. Salzmann) Kategorie: Welt

Bild: www.n24.de

Die Auslandsberichterstattung gestaltet sich für die Korrespondenten immer gefährlicher, das beweist der Mord an zwei deutschen Berichterstattern in Afghanistan.

Wie ein Sprecher des afghanischen Innenministeriums mitteilte, seien Karen Fischer und Christian Struwe in der Nacht zum 7. Oktober 2006 in einem Zelt erschossen worden. Sie seien auf dem Weg von der nordafghanischen Provinz Baghlan in die Nachbarprovinz Bamian gewesen und hätten bei einem Dorf namens Abi Tootak gezeltet.

Die 30-jährige Journalistin und der 38-jährige Techniker waren freie Mitarbeiter des Senders „Deutsche Welle“ und seien auf einer privaten Reise durch das Land gewesen. Der Techniker habe lange Zeit in Afghanistan gelebt und die 30-jährige soll sich mehrfach zu Reportagezwecken in Afghanistan aufgehalten haben. Sie waren nach einem Aufenthalt bei der Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF = International Security Assistance Force) alleine unterwegs gewesen.

Major Dominic White, ein Sprecher der ISAF, sagte, die beiden Journalisten hätten bis vergangenen Mittwoch „Arbeit im Zusammenhang mit der ISAF“ geleistet und seien dann auf eigene Faust losgezogen. Die ISAF habe die beiden vor der Reise gewarnt.

Der Polizeichef von Bamian, General Mohammed Dschalal Haschimi, verkündete, dass der oder die Täter mehrere Schüsse auf ihre Opfer abgefeuert hätten. Einen Raubüberfall schloss er allerdings aus, da Kameras, die weitere technische Ausrüstung und das Auto der Deutschen gefunden worden sind. Ferner sollen die beiden die Polizei in Baghlan weder über ihre Reise informiert noch um Schutz gebeten haben.

Die radikal-islamischen Taliban wiesen jedoch jede Verantwortung für die Tat zurück. „Unsere Mudschaheddin greifen keine Journalisten an“, äußerte sich Taliban-Sprecher Kari Jussuf Ahmadi im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur.

Inzwischen allerdings haben die afghanischen Behörden konkrete Hinweise auf die Täter. Im Visier haben sie fünf bis sechs Personen. Nähere Informationen dazu wurden bisher aber nicht bekannt gegeben.

Die Bundesregierung fordert nun eine schnelle Aufklärung der Angelegenheit. So erklärte Außenminister Steinmeier, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden müssten. Weiter bezeichnete er den Tod der zwei Journalisten als grausam und sinnlos.



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