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Alle 15 Sekunden stirbt ein Kind an verschmutztem Wasser. Trotz der deutlichen Fortschritte bei der Trinkwasserversorgung sterben jeden Tag immer noch tausende Kinder. Durch das verschmutzte Wasser leiden sie an Durchfallserkrankungen. Diese seien der Grund für den Tod von jährlich rund 1,5 Millionen Kindern unter fünf Jahren, so heißt es in dem in Genf vorgelegten Bericht des UN-Kinderhilfswerks UNICEF.
Die Kinder sind noch nicht einmal fünf Jahre alt, hätten ihr ganzes Leben noch vor sich. Dennoch wird dieses, früher als es sollte, zu Ende sein. In Entwicklungsländern trinken die Kinder aus verschmutzten Quellen. Sanitäre Anlagen gibt es dort nicht und an Hygiene ist nicht einmal im entferntesten Sinne zu denken. Die Konsequenzen dafür sind verheerend. Die Jungen und Mädchen erkranken an Durchfall. Ihre kleinen, noch viel zu schwachen Körper trocknen langsam aus. Das führt zu Mangelernährung, Entwicklungsverzögerungen und schließlich zum Tod.
Besonders Kinder, die an Aids erkrankt sind, leiden doppelt. Ihr Immunsystem ist durch die Krankheit bereits schwer angeschlagen. Durchfallattacken kann es nicht mehr Stand halten.
Auch der Zusammenhang zwischen schlechter Hygiene und Atemwegsinfektionen ist nachweislich gegeben. Viele Kinder verbringen ihre Tage damit, Wasser zu holen. Auf ihren kleinen, zierlichen Köpfen balancieren sie viel zu große Eimer, die randvoll mit Wasser gefüllt sind. Wasser, das ihren Durst löscht, ihnen aber den Tod bringt.
Der Ausweg aus diesem Elend wäre einfach: Wasserquellen in den Dörfern, Latrinen ins Haus und Seife im Waschtrog. Durch diese einfachen Mittel, könnte das Kindersterben verringert werden. Aber die Völkergemeinschaft hat es bis heute nicht geschafft, allen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser zu sichern.
Die Bilanz der UNICEF ist verheerend: Rund 1,5 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben an Durchfall und durch verschmutztes Wasser. Ungefähr 1,2 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Etwa 2,6 Milliarden Menschen mangelt es an adäquaten sanitären Anlagen und 1,1 Milliarden Menschen müssen Wasser aus zweifelhaften Quellen trinken. Zustände, welche die UNICEF nicht mehr hinnehmen will.
Die Vereinten Nationen wollen bis 2015 die Anzahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, halbieren. In über 60 Entwicklungsländern muss dieser Zugang stark verbessert werden. Die UNICEF konzentriert sich in einer ersten Phase auf zwölf Länder, in denen die Kindersterblichkeitsrate durch verschmutztes Wasser sehr hoch ist. Zu diesen Ländern zählen unter anderem Benin, Guinea, die Zentralafrikanische Republik, Angola, Comoros, Äthiopien, Kenia, Mosambik, Zimbabwe, Ghana, Niger und Nigeria. In den nächsten Jahren sollen in 25 weiteren Ländern die „Wasserprogramme“ starten.
Dennoch gibt es auch Fortschritte bei der Trinkwasserversorgung. Im Bericht der UNICEF ist festgehalten, dass 2004 der Versorgung mit sauberem Wasser für 83 % der Bevölkerung sichergestellt werden konnte. Im Jahr 1999 waren es noch 78 %.
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