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Nach Auszählung der ca. 417.000 Wahlkarten (bei erstmals sechs Millionen wahlberechtigten Österreichern) steht das Endergebnis der österreichischen Nationalratswahlen nun fest: Die SPÖ ist mit schlussendlichen 35,3 % überraschender Wahlsieger vor der ÖVP unter dem derzeitig noch amtierenden Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel. Die FPÖ hat den vorzeitigen zweiten Platz nach Auszählung der Wahlkarten zugunsten der „Grünen“ abgeben müssen und das BZÖ darf mit sieben Mandaten ins Parlament einziehen.
Die beiden Großparteien belegen erwartungsgemäß die vorderen Plätze. Minimal lag auch der Abstand zwischen FPÖ und den „Grünen“. Vor der Auszählung der Wahlkarten am 9. Oktober lag die FPÖ vor den Grünen, die erstmals in der Parteigeschichte ein Wahlergebnis über 10 % erreichen konnten. Das schlussendliche Ergebnis durch die Wahlkarten-Auszählung pusht „Die Grünen“ jedoch noch einmal zusätzlich: Sie erhielten 11,05 % der Wählerstimmen, hauchdünn vor der FPÖ: Nur 500 Wählerstimmen (0,01 %) trennten die drittstärkste Partei von der viertplazierten FPÖ.
Auch das „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ) schaffte mit 4,1 % und sieben Mandaten den Einzug ins Parlament – allen Vorhersagen und Umfragen zum Trotz. Gescheitert hingegen sind die „Kommunistische Partei Österreich“ (1,3 %) sowie die „Liste Martin“ (2,8 %).
Eine rot-grüne Koalition, wie sie schon mehrmals angedeutet wurde, ist aber durch die Mandatsverteilung derzeit nicht in Sicht. Einzig wenn die Handhabe des BZÖ, das in Kärnten und im übrigen Österreich unter verschiedenen Namen kandidierte, als verfassungswidrig verurteilt und deren Mandate aufgeteilt würden, wäre eine rot-grüne Koalition noch möglich. Derzeit wird aber von einer „rot-schwarzen“ Koalition ausgegangen, die Österreich in Zukunft regieren soll.
Die Mehrheit der Österreicher (61 %) sprechen sich laut ORF-Report für diese Regierung aus. Auch Alfred Gusenbauer wähnt die ÖVP als primären Gesprächspartner. Zuvor gilt es jedoch, unterschiedliche Ansichten und Meinungen „unter einen Hut“ zu bekommen.
Langwierige Koalitionsverhandlungen will aber auch das österreichische „Staatsoberhaupt“ Heinz Fischer nicht. Fischer, seines Zeichens österreichischer Bundespräsident, meinte, er wolle „zügig entscheiden“. Am 11. Oktober hat Fischer den Wahlsieger Dr. Gusenbauer den Auftrag erteilt, eine Regierung zu bilden. Somit darf auf den Ausgang der Verhandlungen gespannt sein.
Zusammenfassung der endgültigen Wahlergebnisse:
Vom Wahlrecht Gebrauch gemacht haben 74,2 % aller Österreicher über 18 Jahren – ganze 10,1 % weniger als bei der Nationalratswahl 2002.
Die SPÖ (rot) ist mit 35,3 % aller abgegebenen Stimmen die stärkste Partei und somit Wahlsieger, obwohl sie im Gegensatz zu 2002 über 203.373 Stimmen verloren hat. Die SPÖ wird mit 68 Mandaten im Parlament vertreten sein.
Die ÖVP (schwarz) konnte 34,3 % aller Wählerstimmen (mehr als eine halbe Million weniger Stimmen als 2002) für sich gewinnen und ist mit 66 Mandaten die zweitstärkste Partei.
Die Grünen liegen mit 11,05 % hauchdünn vor der FPÖ (blau), welche 11,04 % erreichen konnte. Beide Parteien werden mit 21 Mandaten im Parlament vertreten sein.
Etwas abgeschlagen liegt das vor allem im Bundesland Kärnten „gewählte“ orangefarbene BZÖ (Bündnis Zukunft Österreich) mit 4,1 % (über 18.794 Stimmen, 7 Mandate) der Wählerstimmen.
Die KPÖ konnte 62.857 Wähler (1,3 %) für ihre Parteiphilosophie mobilisieren, die „Liste Martin“ gewann 131.688 Stimmen. Die 3-%-Hürde, um ins Parlament einziehen zu können, wurde mit 2,8 % jedoch nicht übersprungen.

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