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Es war einmal ein wunderschöner kleiner Teddybär. Er war schneeweiß und trug eine zartrosa Latzhose. Seine Nase war auch zartrosa, doch seine lieben Knopfäuglein waren kohlrabenschwarz. Durch sein helles Fell wirkten sie jedoch noch dunkler und geheimnisvoller, fast angsteinflößend.
Dieser kleine Plüschbär war gerade hergestellt worden und sah mit seinen schwarzen Augen an die Decke der Fabrik, in der er produziert wurde. Er lag sehr weich und fühlte sich sehr wohl. Nur das Licht an der Decke blendete ihn fürchterlich und es dauerte sehr lange, bis er sich daran gewöhnt hatte. Als es endlich so weit war, dachte sich der kleine Teddybär: „Es ist schön hier, hier will ich bleiben!“
Er fühlte sich wirklich sehr wohl, doch kaum hörte er auf über Behagen und Unbehagen nachzudenken, wurde es schrecklich dunkel. Zuerst wanderte ein Schatten seine Beine hinauf, doch er konnte es nicht spüren und er war viel zu sehr damit beschäftigt sich an das grelle Licht der Fabrik zu gewöhnen, als dass er den schleichenden Schatten bemerken hätte können.
Dennoch breitete sich dieser unaufhaltsam aus. Der Deckel der Schachtel, in der unser kleiner Bär lag, wurde geschlossen. Er lag schon die ganze Zeit darin und er lag so weich, da er auf anderen kleinen weißen Teddybären mit rosa Latzhosen lag. Als er sich da so im Dunkeln umsah, bekam er schreckliche Angst. Er versuchte an etwas Schönes zu denken, doch er hatte seit seiner Entstehung nichts erlebt. Nur dieses grelle Deckenlicht hatte er gesehen und hatte es als unangenehm empfunden, denn immerhin hat es ihn ja sehr geblendet. Trotzdem hielt er jetzt an diesem Gedanken an das Licht fest.
Die Kiste wurde aufgehoben und in einen Lastwagen transportiert. In diesem Lastwagen waren noch viele andere Kisten mit noch mehr kleinen weißen Bärchen aus Plüsch in rosa Latzhosen, die alle gleich aussahen. Unser kleiner Teddy lag nun in seiner Kiste im Dunkeln und fürchtete sich.
Langsam aber sicher wurde er trotzdem ruhiger; er sprach sich selbst Mut zu, denn was sollte ihm denn schon groß passieren? Alle Gefahr konnte nur von oben kommen, aus der Richtung, die er sowieso im Auge hatte. Er entspannte sich und dachte: „Wie dumm von mir Angst zu haben, mir kann ja nichts passieren!“ Doch dann geschah es: Die ganze Kiste zitterte und der kleine Teddybär wurde fürchterlich durchgeschüttelt. Da war die Angst wieder und wurde noch viel größer, denn zwischen dem Durchgerütteltwerden waren hin und wieder Ruhepausen.
Warum unser Freund so durchgeschüttelt wurde, ist dir, lieber Leser, bestimmt klar. Die Kisten mit den Bären waren ja in einen Lastwagen transportiert worden. Nun, dieser war gerade eben, als unser Teddy sich beruhigt hatte, losgefahren, um die Kisten zum großen Spielzeuggeschäft zu bringen. Die Ruhepausen sind natürlich den Verkehrsampeln zu verdanken. Doch all das wusste unser kleiner schneeweißer Teddy in der rosa Latzhose nicht. Für ihn war das alles eine angsteinflößende, von Stößen begleitete Dunkelheit.
Nach einer langen Fahrt hielt der Lieferwagen hinter dem großen Spielzeuggeschäft. Der kleine Bär hatte immer noch fürchterliche Angst und dann musste ausgerechnet die Kiste, in der er lag, auch noch hochgehoben und in das Lager getragen werden. Unser Bärchen hätte am liebsten ganz laut geschrieen, aber er hatte noch viel mehr Angst davor, was danach passieren würde und hielt deshalb sich zurück.
Ein Teil der kleinen weißen Teddybären in rosa Latzhosen mit den schwarzen Knopfaugen aus dem Lieferwagen hatten nun ihr vorläufiges Ziel erreicht. Sie waren im Lagerraum des großen Spielzeuggeschäfts und sollten früher oder später an Kinder verkauft werden. Für die meisten Tierchen ging dieses Abenteuer sofort los. Ihre Kisten wurden aufgeschnitten, die Bären wurden genommen und in einen großen Eisendrahtkorb geworfen. Sie wurden sehr grob behandelt, denn diese Lagerarbeiter glaubten nicht, dass auch Plüschtiere Gefühle haben könnten. Dieser große Korb wurde bald darauf in das Geschäft geschoben.
Kein Mensch war da, nur die Mitarbeiter, denn das Geschäft war noch geschlossen. Der Korb stand beim Eingang des Geschäfts und ein großes Schild hing darüber. Die kleinen weißen Teddys waren der Hit für Weihnachten, deshalb waren so viele hergestellt worden. Weihnachten war nicht mehr weit entfernt.
Kaum waren die Angestellten wieder ins Lager verschwunden, wurde das Geschäft geöffnet. Die ersten Mütter kamen in das Geschäft, sie kamen kaum darum herum sich die kleinen weißen Teddybären mit den zartrosa Latzhosen anzusehen. Und wie das so bei Müttern ist, kommen die meisten auch nicht drum herum einen von diesen herzigen Bären mitzunehmen. Als das Geschäft am Abend wieder schloss, war die Hälfte der Plüschtiere aus dem Korb verkauft worden.
Der Korb wurde am nächsten Morgen wieder aufgefüllt und am Abend waren wieder fürchterlich viele Bären verkauft worden. So ging es bis Weihnachten, da war dann nur noch eine Kiste mit weißen Teddys übrig. Und genau in dieser Kiste lag unser kleiner tapferer Freund, der es in dieser langen Zeit aufgegeben hatte, sich vor der Dunkelheit zu fürchten. Er fühlte sich wirklich sehr wohl in dieser dunklen Kiste und dachte sich rund um die Uhr: „Es ist schön hier, hier will ich bleiben!“
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