|
|
Erste gleichgeschlechtliche Ehe in Spanien geschlossen
31.07.2005 (R. Schmidt)
Kategorie: Europa
|
|
Nachdem eine Woche zuvor die Homosexuellen-Ehe in Spanien erlaubt worden war, gaben sich als erstes Schwulen-Paar Emilio Menéndez und Carlos Baturin in dem Madrider Vorort Tres Cantos das Jawort.
Das Gesetz wurde am 30. Juni 2005 von der sozialdemokratischen Regierung trotz der gegnerischen Stimmen der konservativen Opposition vom Parlament verabschiedet. Am darauf folgenden Sonntag trat es schließlich in Kraft.
Zuvor war Homosexualität in Spanien verboten gewesen, bekennende Schwule mussten mit einer Gefängnisstrafe rechnen.
Das erste Jawort in der Homosexuellen-Geschichte Spaniens gaben sich also der 50 Jahre alte Schaufenster-Dekorateur Emilio und der aus den USA stammende Psychiater Carlos. Carlos und Emilio hatten sich 1975 in einer Kneipe kennen gelernt und waren seitdem ein Paar. Sie lebten gemeinsam einige Jahre in den USA. Zum 25-jährigen Bestehen ihrer Beziehung im Jahr 2000 schenkten sie sich bereits ihre mit Diamanten besetzten Weißgold-Eheringe.
Emilios 88jährige Mutter war eine der Trauzeugen, von der sie auch ihre Hochzeitsreise, eine Adria-Kreuzfahrt, geschenkt bekamen.
Der Standesbeamte der beiden sagte bei der Trauung des Paares: ,,Ihr habt heute Geschichte geschrieben.“
Spanien ist nach den Niederlanden und Belgien das dritte Land, in dem Ehen von Homosexuellen geschlossen werden können. Ebenso ist es ihnen erlaubt, ein Kind zu adoptieren.
Emilio und Carlos sagten zur Adoption eines Kindes, dass sie das allerdings nicht wollten, da sie beide schon zu alt seien. Carlos wollte sein Alter jedoch nicht preisgeben.
Ob die Homosexuellen-Ehe jedoch Bestand haben wird, ist noch ungewiss, da die konservative Volkspartei das von der katholischen Kirche stark kritisierte Gesetz mit einer Verfassungsklage stoppen will.
|
|