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Ab Januar 2007 steigt die Mehrwertsteuer um 3 %, von derzeit 16 % auf zukünftig 19 %. Folglich müssen Verbraucher gestiegene Preise in Kauf nehmen. Mobilfunkriese E-Plus geht nun mit gutem Beispiel voran und kündigte öffentlich an, die Preissteigerungen durch die erhöhte Mehrwertsteuer nicht auf seine Kunden abzuwälzen.
E-Plus werde ab 2007 seine Nettopreise so angleichen, dass den Kunden keine höheren Preise entstehen werden, gab der Geschäftsführer Michael Kramer bekannt. Sowohl für Verträge, Handys als auch Zusatzartikel, für Neukunden und Bestandskunden, gilt seine Bekanntgabe. Kramer geht noch weiter und appellierte an andere Unternehmen, seinem Beispiel Folge zu leisten.
Nicht alle Wettbewerber zeigen sich ihren Kunden gegenüber so kulant. Vodafone und T-Mobile werden lediglich ihre Bestandskunden von den Preiserhöhungen durch die Mehrwertsteuererhöhung befreien, das heißt, die Kosten für ihre bisherigen Verträge bleiben gleich, alle Neukunden dagegen müssen draufzahlen.
Mobilfunkkonkurrent O2 fährt einen weniger kundenfreundlichen Kurs. O2 kündigte eine Preiserhöhung um volle 3 % auf alle Produkte und Dienste bis auf DSL-Internet-Angebote an.
Kramer gab zu Bedenken, welche Umsatzeinbußen der Handel im Zuge der Euroeinführung hinnehmen musste. Er vertritt die Meinung, dass Unternehmen keine weiteren Absatzeinbußen durch die simple Weitergabe der erhöhten Mehrwertsteuer an den Konsumenten provozieren sollten.
Die Mehrwertsteuererhöhung führt aber auch in anderen Branchen zu Problemen. Genau wie bei der Euroeinführung versuchen Einzelhändler sogar zur Mehrwertsteuererhöhung höhere Preise einzuführen und spekulieren darauf, dass dies im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung für den Konsumenten nicht so ersichtlich ist.
Die Erhöhung der Mehrwertsteuer wird mit Vorsicht in der Wirtschaft erwartet. Der Bundesverband des deutschen Groß- und Außenhandels e.V. (BGA) geht davon aus, dass die Einführung der Mehrwertsteuer auf 19 % einen Prozentpunkt Wachstum sowie mehrere hunderttausend Arbeitsplätze in Deutschland kosten wird.
Das Bundesfinanzministerium errechnete eine durchschnittliche monatliche Mehrbelastung für jeden Haushalt von ca. 29 Euro, wenn der Handel die Mehrwertsteuererhöhung in vollem Maße auf seine bisherigen Preise aufschlagen würde. Wie der BGA-Präsident Anton Börner mitteilte, werde aber die Mehrheit der Handelsunternehmen nicht die vollen 3 % an den Verbraucher weitergeben.
Bleibt zu hoffen, dass die Folgen der Mehrwertsteuererhöhung sich nicht so drastisch auswirken wie befürchtet und Deutschlands Wirtschaftswachstum nicht wieder unnötig ins Stocken kommt.
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