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Liebe Leser, in einem Zweiteiler möchten wir Sie umfassend über Pandemien informieren. Dabei soll es im ersten Teil um die Begriffsdefinition, die großen vergangenen Pandemien und ihre Verbreitung gehen. Im zweiten Teil werden Sie über die definierten Pandemiephasen, ihre Entstehung und nationale Reaktionen auf die Warnstufen informiert.
Pandemien hat es zu allen Zeiten gegeben, doch die Globalisierung schafft neue Ausbreitungsmöglichkeiten für Krankheitserreger. Das Vogelgrippevirus H5N1 steht nun in der Diskussion, ein großes Pandemierisiko darzustellen. Aber wie groß ist das Risiko wirklich, dass es zu einer weltweiten Ausbreitung des aggressiven Virus unter den Menschen kommt?
Was ist eine Pandemie?
Eine Pandemie ist eine sich weit verbreitende, ganze Länder oder sogar Landstriche erfassende Seuche. Dies kann definitionsgemäß auch den weltweiten Ausbruch einer Krankheit mit einschließen. Bewohner abgelegener Gebiete können durch geographische Barrieren, wie beispielsweise hohe Gebirgszüge oder Meere von einer Infektion verschont bleiben.
Das Wort Pandemie besteht aus den griechischen Wörtern pan (jeder, alles, ganz) und demos (Volk), was bedeutet, dass sie ohne Unterschiede die gesamte Bevölkerung betreffen kann. Epidemien sind dagegen zeitlich und örtlich beschränkt, können aber in einer ebenso aggressiven Art und Weise auftreten.
Pandemien können sich immer dann ausbreiten, wenn eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich ist und das körpereigene Abwehrsystem keinen ausreichenden Schutz gegen die Erkrankung leisten kann.
Meist sind die Zeiten in denen Pandemien grassieren jedoch relativ kurz. Dies liegt zum einen daran, dass die schnelle Todesfolge potentielle Überträger der Krankheit unschädlich macht. Zum anderen gibt es auch immer immune Personen, was die Ausbreitung auf Dauer ebenfalls eindämmt. Eine Impfung von Risikopersonen kann somit auch zum Ende einer Pandemie führen, sollte es sich um eine virale Pandemie handeln.
Welche großen Pandemien gab es in der Vergangenheit?
Der Begriff Pandemie ist nicht auf Viren beschränkt. So gab es in der Geschichte große Pandemien, die von Viren ausgelöst wurden, wie zum Beispiel die Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte. Ausgelöst wurde diese vom Influenza-A Virus H1N1, welcher mehr als 30 Millionen Todesopfer forderte. Seither ist es üblich, Pandemien nach ihrem Entstehungsort zu benennen.
Die Asiatische Grippe (1957) und die Hongkong Grippe (1968) haben zusammen 1,7 Millionen Tote zu verantworten. Ausgelöst wurden auch sie von den Influenza-A-Viren, nämlich von H2N2 und H3N2. Auch die Pockenpandemien wurden von Viren ausgelöst. In Zeiten des römischen Reiches haben die Pocken rund 5 Millionen Todesfälle verursacht.
Dagegen wird die Pest, die im Laufe der Geschichte viele Millionen Todesopfer gefordert hat, von einem Bakterium verursacht. Der Erreger Yersinia pestis, auch als schwarzer Tod bezeichnet, löst eine hochgradig ansteckende Krankheit aus. Sie kann sich als Beulenpest oder Lungenpest äußern. Bis heute ist die Pest nicht besiegt, auch wenn die Zahl der Todesopfer laut WHO (World Health Organisation) deutlich abgenommen hat.
Heute grassiert sie noch in begrenzten Gebieten Amerikas, Afrikas und Asiens, in Russland sowie Kasachstan. Der starke Rückgang in Europa bzw. weltweit kann vor allem durch die verbesserten Hygienebedingungen begründet werden. So lässt sich auch der erneute Ausbruch der Pest während des 1. und 2. Weltkrieges erklären.
AIDS (aquired immune deficiency syndrome) stellt dagegen eine ganz eigene Problematik dar. Die etwa seit 1980 grassierende Seuche hat bisher mehr als 25 Millionen Todesopfer gefordert. Einer Schätzung Ende 2005 zufolge lag die Zahl der Infizierten bei ungefähr 40 Millionen Menschen weltweit. Was als regionales Problem begann, hat sich weltweit ausgebreitet. Die Krankheit wird vor allem durch Sexualkontakt verbreitet.
Die Krankheit wird durch das HI-Virus verursacht. Bei Ausbruch von AIDS kommt es zur Immunschwäche, so dass eigentlich banale Infektionen zum Tod führen können. Das Problem ist hierbei die lange Latenzzeit. Dies ist die verstreichende Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit. Zudem macht die schnelle Veränderung des Virus eine Impfstoffherstellung schwierig, da sie meist nur von kurzem Nutzen wäre und damit nicht finanzierbar ist. Inzwischen gibt es jedoch wenigstens antivirale Medikamente, die Linderung verschaffen können. Sie stärken das Immunsystem, auch wenn sie gegen den HI-Virus selbst nichts ausrichten können.
SARS stellte 2003/2004 die letzte Pandemie dar. Die Atemwegserkrankung, die als „schweres akutes respiratorisches Syndrom“ bezeichnet wird, wurde von einem neuartigen Corona-Virus ausgelöst. Weltweit verstarben etwa 916 Menschen an der Krankheit. In diesem Fall konnte durch schnelle und erfolgreiche Zusammenarbeit verschiedener Institutionen die Kette der Mensch-zu-Mensch-Übertragung unterbrochen werden. Dieser Erfolg könnte als Beispiel für folgende Virus-Pandemien sein.
Wie funktioniert die Verbreitung von Pandemien?
Manche Krankheitserreger können sich schnell über große Entfernungen ausbreiten, doch oftmals ist dann an geographischen Barrieren der Übertragungsweg unterbrochen. Regional sind es oft die klassischen Verbreitungswege, die zur Ausbreitung der Krankheit beitragen. Dennoch sind es früher wie heute vor allem Handels- und Reiserouten, welche die weltweite Ausbreitung zu verantworten haben. Die Pest beispielsweise kam vermutlich an Bord von Handelsschiffen von Asien nach Europa.
Der (Flug-) Tourismus machte die Verbreitung von Pandemien zu einem überregionalen Problem. Ein Beispiel hierfür ist die Influenza-Pandemie. Für sie spielte die Verbreitung durch den technisch fortschrittlichen Menschen eine große Rolle.
Das Vogelgrippevirus H5N1 hat neue Brisanz in die Pandemiebekämpfung gebracht. Sollte ein Virus, welches von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte und eine Aggressivität mit hoher Todesfolge zeigt, über Zugvögel verbreitet werden können, müsste ein größerer Aufwand zu Bekämpfung der Krankheit geleistet werden. Seit geraumer Zeit wird dem Vogelgrippevirus H5N1 deshalb von der WHO die Pandemie-Warnstufe 3 zugeordnet.
Im zweiten Teil wird es um die unterschiedlichen Phasen von Pandemien, ihre Entstehung und nationale Reaktionen auf die Warnstufen gehen. Wir würden uns freuen bereits mit dem ersten Teil dieses Artikels Ihr Interesse geweckt haben und Sie zur Fortsetzung begrüßen zu dürfen.
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