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Vor 100 Jahren fand eine neue Erfindung im Bereich des Friseurhandwerkes ihren Anfang: die Dauerwelle.
Als Erfinder der Dauerwelle im Jahr 1906 gilt der deutsche Friseur Karl Nessler. Er entwickelte ein Verfahren, um die Haarstruktur dauerhaft umzuformen. Dies realisierte er mithilfe von Wärme und Chemikalien. Wichtig für die Verwirklichung seiner Pläne war, dass Nessler eine alkalische Borax-Lösung einsetzte, um die Haarstruktur aufzubrechen, so dass die Haare die Form der Wickler annahmen.
Am 8. Oktober 1906 präsentierte Nessler schließlich den ersten Dauerwellenapparat in London. So wurden die Haare auf Wickler gedreht, die aus Metallstäben bestanden. Diese standen strahlenförmig ab und wurden mit einer Art Waffeleisen, welches Nessler die ganze Zeit in der Hand halten musste, erhitzt.
Die perfekte Welle der Anfangsjahre hatte bei so einer aufwändigen Behandlung auch einen dementsprechenden Preis – nämlich immerhin 105 Goldmark. Das war für die damalige Zeit eine beträchtliche Summe Geld und dennoch rissen sich die Damen der feinen Gesellschaft in London, Paris und den USA um einen Termin bei „Monsieur Charles“, wie sich Nessler nannte.
Im Jahr 1909 gelang Karl Nessler eine Modernisierung der Dauerwelle: Nun wurden die Metallstäbe, die mit Feuer geheizt wurden, durch elektrische Heizpatronen ersetzt. Im Jahr 1924 folgte dann von Josef Mayer die so genannte Flachwicklung. Hier wurde der vertikal auf den Kopf gesetzte Stab durch horizontale Lockenstäbe ersetzt.
Seit 1947 schließlich fand die Kalt-Dauerwelle Anwendung, wobei das Keratin des Haares nur chemisch erweicht und neu geformt wird. Bei dieser Anwendungsmethode waren Verätzungen der Haut jedoch keine Seltenheit, da Säuren zum Bestandteil der Anwendung zählten.
Der chemische Umformungsprozess ist bis heute allerdings derselbe geblieben. Danach werden die aufgedrehten Haare zuerst mit einem Reduktionsmittel beträufelt, das die Disulfidbrücken öffnet. Gemeint sind damit die Brücken, die dem Haar eine gewisse Steifheit geben. Sind diese gelöst, nimmt das Haar die Form des Wicklers an. Nach Beendigung dieser Reaktion wird das Haar mit einem Oxidationsmittel behandelt. Diese Substanz bewirkt genau das Gegenteil zum Reduktionsmittel: Hier nämlich werden an anderer Stelle die Brücken wieder aufgebaut, so dass das Haar seine Festigkeit wiedererlangt und das Haar nun „dauerhaft“ lockig bleibt.
Bis heute unterlag die Dauerwelle der stetigen Weiterentwicklung. Gegenwärtig wendet sich der Trend zu so genannten Volumenwellen. Diese sollen lediglich die natürliche Wellung des Haares unterstützen.
Selbst der Wellvorgang an sich geht heute wesentlich schneller vonstatten. Mussten die Kundinnen und Kunden früher beim Friseur mehrere Stunden zubringen, reduzierte sich die Zeit inzwischen auf mehrere Minuten.
Seit 100 Jahren ist die Dauerwelle aus dem Angebot eines jeden Friseurs nicht mehr wegzudenken, denn egal, ob Pudellook, Korkenzieherlocken oder Riesenwelle – Anklang findet die Welle bei Kundschaft jeder Altersklassen.
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