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Erschreckende Ergebnisse gab die Wirtschaftsauskunft Creditreform am 2. November 2006 in Düsseldorf bekannt. Mehr als jeder zehnte deutsche Bundesbürger ab 18 Jahren sei ihren Angaben zufolge verschuldet.
Die derzeitige Schuldnerquote ist dem Vorjahr gegenüber sogar noch um 0,25 % angestiegen, von 10,43 % im letzten Jahr auf 10,68 % im Jahre 2006. Insgesamt seien nach diesen Erkenntnissen in Deutschland 7,2 Millionen Bürger betroffen, die weder Eigenkapital noch andere Kreditmöglichkeiten haben, um ihre Schulden begleichen zu können.
Männer geraten dabei häufiger in die Schuldenfalle als Frauen; das Verhältnis liegt bei zwei Drittel zu einem Drittel. Während in Ostdeutschland „nur“ 1,3 Millionen Menschen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht beikommen können, stehen in Westdeutschland 5,9 Millionen Menschen in der Kreide.
Ein erschreckender Trend zeichnet sich bei den so genannten „Twens“ in der Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren ab. Diese Altersgruppe steht immer häufiger in den roten Zahlen.
Creditreform-Vorstandsmitglied Helmut Rödl nennt als Ursachen der Schuldenproblematik Einkommensarmut und Arbeitslosigkeit. Zusätzlich verweist er aber auch auf Aspekte wie fehlendes Wissen im Umgang mit Finanzen und hebt den Zeigefinger gegen steigende Werbung für Kreditangebote.
Es wird auch darauf hingewiesen, dass die durchschnittliche Schuldensumme in Westdeutschland höher liege als bei den Nachbarn in Ostdeutschland. Mehr als die Hälfte der verschuldeten Westdeutschen hat ihr Konto mit einem Betrag zwischen 10.000 und 50.000 Euro überzogen.
Auf die Bundesländer verteilt zeigen sich die geringsten Schuldnerquoten in Bayern (7,7 %), in Baden-Württemberg (8,0 %) und in Sachsen (9,8 %). Dagegen weisen Bremen (15,3 %), Berlin (15,2 %) und Sachsen-Anhalt (13,4 %) die beträchtlichsten Schuldnerquoten auf.
Trauriges Rekordhighlight ist die Stadt Bremerhaven mit einer Schuldnerdichte von 20,7 %.
Den Spitzenplatz der niedrigsten Schuldnerquote nimmt der bayerische Landkreis Eichstätt mit nur 4,2 % bankrotter Bürger ein.
In Deutschland gebe es Rödl zufolge durchschnittlich nur einen Schuldnerberater für 5.000 Einwohner. Das heißt, dass ein Schuldenberater meist Wartezeiten von drei Monaten und mehr hat, ehe der Ratsuchende angehört werden kann. Rödl ermahnt die Politik, auf diesem Sektor aktiver zu werden, aber auch die Betroffenen selbst zu mehr Eigeninitiative.
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