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Krankenkassen werden immer teurer


07.11.2006 (J. Rohrbach) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.zeit-zum-bewerben.de

Zwei Jahre nach der Gesundheitsreform von Rot-Grün ist es geschafft: Die Krankenkassen sind schuldenfrei. Nachdem im Jahr 2004 ein Überschuss von satten 4 Milliarden Euro erwirtschaftet werden konnte, legten sie im Folgejahr mit einem Überschuss von 1,8 Milliarden Euro nach. Dies ist fast doppelt so viel wie Experten vermuteten, jedoch mehr als halb so wenig, wie Ulla Schmidt versprach.

Trotz der positiven Neuigkeiten wurde ein wichtiges Ziel nicht erreicht. Statt der geforderten Beitragssenkungen bleiben diese weiterhin aus. Vier Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sind zum 1. Januar 2007 sogar von Beitragserhöhungen betroffen, denn was in diesem Jahr als Erfolg verbucht werden konnte, wird sich in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder ins Gegenteil verkehren. Eine Maßnahme, die viele gesetzliche Krankenkassen daher ergreifen, ist, den Leistungskatalog zu schmälern, was die privaten Krankenkassen für immer mehr Versicherte stetig attraktiver macht.

Andere Kassen regeln ihren Haushalt wiederum über die besagten Beitragserhöhungen. Betroffen hiervon sind vier Allgemeine Ortskrankenkassen und 22 Betriebskrankenkassen. Den höchsten Beitragsanstieg bekommen Versicherte bei der AOK Schleswig-Holstein (von 13,6 auf 14,4 Prozent) zu spüren, die teuerste Kasse ist nach der Erhöhung die AOK Saarland mit 14,6 Prozent.

Grund für dieses Dilemma sind unter anderem explodierende Arzneimittelkosten (plus 16,8 Prozent) und sinkende Steuerzuschüsse. Zwar wurden die Bundeszuschüsse an die Krankenkassen in diesem Jahr von 2,5 auf 4,2 Milliarden Euro angehoben, sollen allerdings schon im nächsten Jahr zu Gunsten der Konsolidierung des Bundeshaushalts wieder abgebaut und 2008 sogar ganz gestrichen werden. Auch die nahende Mehrwertsteuererhöhung trägt nicht gerade zu einer weiterhin positiv verlaufenden Entwicklung für die Krankenkassen und deren Mitglieder bei. Zudem haben die Kassen aufgrund von hoher Arbeitslosigkeit und stagnierender Einkommen mit rückläufigen Beitragseinnahmen zu kämpfen.

Wer also von einer Beitragserhöhung seiner Kasse betroffen ist, sollte sich überlegen, ob nicht ein Wechsel zu einer anderen Krankenkasse günstiger wäre. Ansonsten bleibt nur zu hoffen, dass eine der Reformen doch zu dauerhaftem Erfolg führt.

Ausführliche Informationen zu den gesetzlichen Krankenkassen, sowie zu deren Preisen und Leistungen finden Sie unter: www.gesetzlichekrankenkassen.de



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