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Russland: Ein schwimmendes Atomkraftwerk
08.11.2006 (I. Switil)
Kategorie: Welt
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Der russische Atomkraftwerk-Betreiber Rosenergoatom plant den Bau eines schwimmenden Atomkraftwerks, so berichtete das US-Magazin „Popular Scene“.
Russlands Plan sorgt allerdings besonders unter Umweltschützern für Aufregung. Die neue Anlage soll im Weißen Meer gebaut werden. Zwischen Archangelsk und der Halbinsel Kola sollen mit Hilfe des Atomkraftwerks, dessen Stromleitungen zum Festland führen sollen, die schwer zugänglichen Küstenorte mit Strom versorgt werden. Auf einer Plattform mit der Größe eines Fußballfelds sollen zwei Reaktoren platziert werden. Radioaktive Abfälle sollen zunächst für einen Zeitraum von zehn Jahren auf dem schwimmenden Kernkraftwerk zwischengelagert werden. Mit dem Bau soll bereits nächstes Jahr begonnen werden. Im Jahr 2010 soll die Anlage dann erstmals Strom produzieren.
Die Idee selbst wurde bereits in den 1970er Jahren vom US-Kraftwerksbauer Westinghouse entwickelt. Nach der ersten Ölkrise 1973 wurde sie allerdings wieder verworfen. Der Grund waren die auf die Krise folgenden Energiesparmaßnahmen, die eine derartige Ausweitung der Kernkraft überflüssig erschienen ließ.
Die Umweltschutzorganisationen zeigen sich besorgt. Sie hegen Bedenken, dass das schwimmende Atomkraftwerk nicht sicher genug sei. Der Direktor von Rosenergoatom hält diese Bedenken allerdings für überzogen. Gegenüber der „Popular Scene“ meinte er, dass die 60-Megawatt-Reaktoren vom Typ KLT-40S bereits an Bord von drei russischen Eisbrechern bewiesen hätten, dass sie sicher sind.
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