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Zum 26. Mal wird dieses Jahr der „Alternative Nobelpreis“, auch „Right Livelihood Award“ genannt, in Stockholm an die Preisträger übergeben. Ihren Ursprung hat die Auszeichnung zwar ebenfalls in Schweden, doch geht sie nicht auf den Gründer des Nobelpreises zurück.
Was ist der „Alternative Nobelpreis“?
Eine der größten Ehrungen in der Wissenschaft ist es, den Nobelpreis zu erhalten. Er geht an Wissenschaftler der Disziplinen Chemie, Physik, Medizin und Physiologie sowie an Wirtschaftswissenschaftler, Literaten und Friedensaktivisten. Doch die Verleihung dieses Preises deckt nicht alle Kategorien ab, in denen Menschen hervorragende Leistungen bringen können. Was ist mit denjenigen, die sich in schwierigen Situationen beharrlich für Umwelt- und Menschenrechte einsetzen?
Das hatte sich der schwedische Journalist und Philatelist Jakob von Uexküll auch gefragt und gleich den Erlös seiner weltbekannten Briefmarkensammlung der schwedischen Regierung für die fehlende Kategorie angeboten – jedoch vergeblich. Ihre Ablehnung brachte Jakob von Uexküll aber nicht von seinem Vorhaben ab und 1980 gründete er selbst den „Right Livelihood Award“ für die richtige Lebensweise. Ausgezeichnet werden damit Personen, Organisationen und Repräsentanten von Bewegungen, die sich bemühen, mit ihren Projekten ein menschenwürdiges Leben zu sichern.
Anfangs war die Öffentlichkeit nur mäßig interessiert, mittlerweile hat sich der Preis allerdings etabliert und seit 1985 wird nun auch dieser im schwedischen Parlament übereicht. Die landläufige Bezeichnung als „Alternativer Nobelpreis“ zeigt ebenfalls, dass er inzwischen auf gleicher Stufe mit dem Wissenschaftspreis von Alfred Nobel steht. Durch das steigende Interesse der Medien, wächst auch der öffentliche Zuspruch für die Preisträger.
Die Gewinner im Jahr 2006
Dieses Jahr werden die indische Frauenrechtlerin Ruth Manorama, der ehemalige Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg und das kolumbianische Poesie-Festival von Medellin ausgezeichnet.
Ruth Manorama hat sich um die Sicherung der Rechte der Frauen, die im indischen Kastenwesen keinen Platz haben, verdient gemacht.
Der ehemalige Pentagon-Mitarbeiter Daniel Ellsberg habe die Auszeichnung verdient, so das Komitee, weil er Frieden und Wahrheit während des Vietnam-Kriegs an erste Stelle setzte. Er hatte damals geheime Dokumente an die Öffentlichkeit gebracht, aus denen hervorging, dass die amerikanische Regierung die Zahl der Opfer heruntergespielt und die Aussicht auf einen Sieg in dem Krieg falsch dargestellt hatte. Jakob von Uexküll sieht hier Parallelen zum Irakkrieg: „Ich denke, wir stehen im Irak vor derselben Situation. Die Menschen sind über die Gründe für diesen Krieg angelogen worden.“
Der dritte Preis würdigt den Einsatz der Veranstalter des Poesie-Festivals für eine friedlichere Atmosphäre in der kolumbianischen Drogenhauptstadt Medellin.
Die Preissumme von zirka zwei Millionen Schwedischen Kronen (zirka 220.000 Euro) kommen den Projekten und Arbeiten der drei Preisträger zugute. Jedes Jahr wird auch ein Ehrenpreis verliehen. Dieses Jahr bekommt ihn der Brasilianer Chico Whitaker Ferreira. Damit soll sein Einsatz für soziale Gerechtigkeit in seinem Heimatland einer internationalen Öffentlichkeit näher gebracht werden.
Die Preise werden am 8. Dezember 2006 von König Carl Gustaf im schwedischen Parlament, zwei Tage vor den Nobelpreisen, überreicht.
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