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Jedes Jahr am 11. November feiern wir das Fest des Heiligen Martin, Bischof von Tours. Er wurde Anfang des vierten Jahrhunderts in Ungarn geboren und starb 397 bei Tours. Um den Tag dieses Heiligen gibt es heute viele Bräuche. Bekannt ist sicherlich das Laternenfest, an dem man am 11.11. mit selbst gebastelten Laternen singend von Haus zu Haus zieht. Auch das Martinsgans-Essen geht auf eben diesen Mann zurück. Außerdem markiert der 11. November den Beginn der Fastenzeit.
Wer war der Heilige Martin?
„St. Martin war ein guter Mann“ heißt es in einem Kinderlied – und das Lied hat Recht. Geboren wurde der Sohn eines Militärbeamten um 419. Da er sich dem Christentum stark verbunden fühlte, lehnte er es ab zu töten und quittierte seinen Militärdienst. Gegenüber seinem Kaiser soll er gesagt haben: „Ich bin ein Soldat Christi.“ Von Ungarn zog er weiter nach Frankreich, wo er schnell für seine Hilfsbereitschaft und Wundertaten von allen gekannt und gemocht wurde. Im Jahre 372 wurde Martin zum Bischof von Tours geweiht.
Über seine größte Wundertat, die Mantelteilung, gibt es keine historisch fundierten Daten. Viele deckungsgleiche Erzählungen aber überlieferten, was sich in einer Nacht um das Jahr 338 ereignet haben soll. Martin diente damals noch als Soldat. Diese trugen zu dieser Zeit einen weißen Umhang aus zwei Teilen. Es war Winter und bereits dunkel. An einem Stadttor soll der Bischof einem unbekleideten Bettler begegnet sein. Außer seiner Kleidung und dem Umhang trug er nichts bei sich. Aus Barmherzigkeit zückte er deshalb sein Schwert und teilte seinen Mantel mit dem Bettler. In der darauf folgenden Nacht soll Martin Christus im Traum erschienen sein. Weitere Überlieferungen besagen, dass der Bischof von Tours sogar Tote wieder zum Leben erwecken konnte.
Am 8. November 397 starb Martin in Frankreich. Er wird am 11. November unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Dieser Tag wurde deshalb dem Gedenken an den heilig gesprochenen Bischof von Tours geweiht. Er ist damit der erste Heilige, der keinen Märtyrertod gestorben ist.
Martinsumzug, Martinsgans-Essen, Fastnacht und Fastenzeit
Am Sankt-Martinstag wird in Deutschland und Österreich traditionell ein Laternenumzug veranstaltet. In Schulen und Kindergärten bereitet man sich schon lange davor auf dieses besondere Fest vor. Am Abend des 11. November ziehen Kinder dann mit selbst gebastelten Laternen von Haus zu Haus. Es wird gesungen und meistens wird vor den Häusern die Legende von der Mantelteilung von den Kindern selbst nachgespielt. Als Belohnung bekommen die Kinder meistens selbst gemachtes Gebäck, Süßigkeiten, Nüsse und Mandarinen. Der Umzug endet häufig mit einem Martinsfeuer.
Weit verbreitet ist auch der Brauch des Martinsgans-Essens. Der Ursprung dieses Brauchs soll in der Lebensgeschichte des Heiligen liegen. Als er zum Bischof von Tours ernannt werden sollte, versteckte sich Martin angeblich in einem Gänsestall aus Angst vor der großen Verantwortung, die dieses Amt mit sich brachte. Seither werden an seinem Gedenktag in vielen Familien Gänse verspeist.
Der 11. November markiert ebenfalls die Fastnacht und damit den Beginn der Fastenzeit. An diesem Tag beginnen die 40 Tage, in denen man sich besinnen und seine kulinarischen und auch sonstigen Genüsse (zum Beispiel Fernsehen oder Discobesuche) mäßigen sollte. Dies widerspricht sich zwar mit dem Festschmaus zum Martinsgans-Essen, doch beides sind auf den Bischof von Tours zurückgehende Bräuche.
Der Heilige Martin hat für die christliche Kirche einen besonderen Stellenwert und ist – wie dieser Artikel zeigt – der Urheber bzw. Ursprung vieler Brauchtümer, die auch heute noch gepflegt werden.
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