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Fettleibigkeit kostet Europa Milliarden
12.11.2006 (H. Bylinski)
Kategorie: Europa
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In unserer europäischen Überflussgesellschaft werden die Bürger immer dicker. Das hat dramatische Folgen, denn durch die Wohlstandskrankheit Fettleibigkeit muss Europa jedes Jahr aufs Neue etwa 1 % seiner Wirtschaftsleistung aufopfern.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte vor einigen Tagen mit, dass sich in Deutschland starkes Übergewicht in den direkten Kosten des Gesundheitssystems mit jährlich etwa 27 Euro pro Person niederschlägt.
Die Behandlung von Adipositas (Fettleibigkeit) macht in Europa inzwischen bis zu 6 % der direkten Gesundheitskosten aus. Obendrein kommen indirekte Kosten in nahezu doppelter Höhe hinzu. Dazu zählen die geschmälerte Leistungsfähigkeit und der frühe Tod übergewichtiger Menschen.
Spanien koste die Fettsucht jedes Jahr etwa 2,5 Milliarden Euro. In Schweden hingegen werden die direkten Kosten des Leidens auf umgerechnet rund 35 Euro pro Einwohner geschätzt. Die indirekten Kosten belaufen sich dabei auf etwa 123 Euro pro Kopf.
Mit einer dauernd ansteigenden Zahl zu dicker Menschen summieren sich auch die Ausgaben der Europäischen Union dramatisch, berichteten Gesundheitsexperten. 1998 lag Großbritannien noch bei umgerechnet rund 14 Euro pro Kopf, 2002 sind die Kosten auf 19 bis 24 Euro pro Einwohner gestiegen.
Fettleibigkeit ist eine der wesentlichsten Herausforderungen für das öffentliche Gesundheitswesen, betonte die WHO. Viele Länder haben dies erkannt und Gegenkampagnen gestartet. Kein Land hat jedoch effektiv reagiert. Vom 15. bis 17. November 2006 veranstaltet die WHO in der Türkei eine Konferenz zu dem Thema.
Zu viel und zu fettes Essen ist inzwischen ein größeres Problem als zu wenig Nahrung: Global leiden 1 Milliarde Menschen an Fettleibigkeit, dagegen „nur“ 800 Millionen Menschen an Hunger.
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