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Frank Schätzing ist einer der Menschen, die auf vielen Gebieten erfolgreich sind. Er leitet eine Werbeagentur, ist Musikproduzent und nebenbei schreibt er Bestseller-Romane, die auf dem deutschen Markt ihres gleichen suchen. Mit dem „Schwarm“ ist ihm ein spannender Öko-Thriller gelungen.
Vor Peru herrscht totale Flaute. Die dortigen Fischer können sich kaum noch daran erinnern, wann sie den letzten Fisch gefangen haben. Immer weiter wagen sie sich hinaus, um doch noch ein paar Meeresbewohner in ihren Netzen zappeln zu sehen. Dann verschwindet ein Fischer, umgebracht von einem Schwarm Goldmakrelen.
In Trondheim trifft sich der Meeresbiologe Sigur Johanson mit einer alten Freundin, die ihn bittet, sich einen merkwürdigen Wurm anzuschauen, den sie in den Methanhydraten vor der norwegischen Küste gefunden hat. Es ist kein normales Krabbeltier. Johanson findet heraus, dass es sich um einen Mutanten handelt, der mit seinen kräftigen Kauwerkzeugen die „Energiequelle der Zukunft“ – das Methanhydrat – durchlöchert.
In Kanada hat Leon Anawak ganz andere Sorgen: Die Wale sind weg! Kein einziger kann mehr gefunden werden – irgendwo vor Kalifornien sind sie verschwunden. Doch dann tauchen sie wieder auf. So allerdings wollte sie keiner sehen. Sie attackieren „Whalewatching“-Boote, töten Menschen und benehmen sich ganz und gar nicht so, wie man es von ihnen erwartet und gewohnt ist.
An vielen Fronten passiert gleichzeitig etwas, doch der erste Schlag trifft Nordeuropa: Die Kontinentalhänge stürzen ein. Der mutierte Wurm hat ganze Arbeit geleistet. Ein riesiger Tsunami zerstört weite Teile der Nordsee-Anrainerstaaten. Überall bricht das Chaos aus und eine Gruppe Wissenschaftler trifft sich zur Beratung in den USA, unter ihnen Leon Anawak und Sigur Johanson.
Bald wird klar, dass diese Anomalien zusammenhängen und die Natur zurückschlägt. Dies geschieht in Form der „Yrr“, Milliarden von Einzellern, die sich organisieren, eine blau leuchtende Gallertmasse bilden und die Kontrolle über die Lebewesen der Tiefsee übernehmen. Denn Wale, Krebse und Quallen agieren nur so außer Rand und Band, weil sie von dieser denkenden DNS dazu genutzt werden.
Frank Schätzing hat mit dem Buch „Es beginnt mit einem Beben...“ einen echten Spannungsroman nach amerikanischen Vorbild erzeugt. Dabei hat er sich an die alte Hollywood-Regel gehalten, die besagt, es mit einem Erdbeben beginnen zu lassen und es dann langsam zu steigern. Immer, wenn etwas Schlimmes passiert, denken die Leser, das kann doch noch nicht alles gewesen sein. Und sie haben Recht! Eine Katastrophe folgt der nächsten, bis die Welt in Schutt und Asche liegt.
Für diesen Öko-Krimi hat sich Frank Schätzing jede Menge Hilfe gesucht. Ein Heer von Wissenschaftlern stand ihm mit Rat und Tat zur Seite, was der Text auch deutlich zeigt. Das ganze Arrangement wirkt sehr fundiert, zumindest soweit es der Laie beurteilen kann. Die Vermischung von Fantasie und Tatsachen erzeugt jede Menge Spannung, vor allem durch das beklemmende Gefühl, dass alles genau so passieren könnte. „Die Yrr haben die Welt für alle Zeiten verändert“, so der Schlusssatz des Buches – und genauso fühlt es sich an.
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