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Luftraumsicherung in Großbritannien wird zu internationalem Vorbild
19.11.2006 (I. Switil)
Kategorie: Europa
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Hierzulande ist die geplante Teilprivatisierung der Deutschen Flugsicherung (DFS) unterbrochen. Sprecher der DFS und möglicher Investoren, wie Lufthansa und Fraport, sehen allerdings eine gute Chance, die verfassungsrechtlichen Bedenken des Bundespräsidenten Horst Köhler auszuräumen. Experten gehen davon aus, dass der Bund Anteile der DFS Anfang 2008 veräußern könnte.
Das Bundesverkehrsministerium – und auch die meisten Bundestagsparteien – streben weiter die Teilprivatisierung an. Dabei stehen allerdings nicht die Privatisierungserlöse im Vordergrund. Stattdessen sollen durch die unternehmerische Eigenständigkeit die Zukunftsaussichten der DFS verbessert werden. Die Europäische Kommission will immerhin den „Single European Sky“ schaffen und damit über Europa ein einheitliches System mit den mehr als 30 nationalen Flugsicherheitsbehörden schaffen.
Die Zerstückelung in nationale Zuständigkeiten ist nach Ansicht der Lufthansa für unnötige Verspätungen und zu hohe Flugsicherungskosten verantwortlich. Rund 60 Flugstellen arbeiten mit 22 verschiedenen Betriebssystemen, die das Abgleichen der Informationen erschweren. Ziel der EU ist es, mit der Neuordnung an Europas Himmel die Luftverkehrsüberwachung effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Ein Ziel der Privatisierung der DFS ist es, größere Handlungsspielräume zu gewähren.
Die britische Luftsicherung ist das Vorbild für die deutsche Flugsicherung. Nach langem Ringen trennte sich 2001 die britische Regierung trotz politischer Widerstände von 51 % des Unternehmens „National Air Traffic Services“ (Nats). Seitdem gilt dieses Modell in der Luftfahrtbranche als Erfolgsmodell. Zu Beginn gab es allerdings Schwierigkeiten: Unterkapitalisierung und einbrechender Luftverkehr nach den Terroranschlägen im September 2001. Mittlerweile bescheinigen die Experten der Nats eine gute Entwicklung.
Vorteile durch die Modernisierung sind die Reduzierung der Gebühren und die Verbesserung der Sicherheit im Luftverkehr. Gegenwärtig wird in Großbritannien diskutiert, ob Finanzinvestoren Anteile der beteiligten Luftverkehrsgesellschaften übernehmen sollten. Zentral geht es auch dabei um die Flugsicherheit, langfristiges unternehmerisches Handeln und Investitionsbereitschaft. Im vergangenen Geschäftsjahr bis 31. März 2006 gab es einen Gewinn von 57,4 Millionen Pfund. Der Umsatz stieg auf 686,7 Millionen Pfund von 639 Millionen im Vorjahr.
Die Schweizer Partnerorganisation der DFS Skyguide (Schweizerische Aktiengesellschaft für zivile und militärische Flugsicherung oder Swiss Air Navigation Services Ltd.) ist eine privatrechtliche Schweizer Aktiengesellschaft. Im Auftrag der Eidgenossenschaft ist sie für die Sicherheit im gesamten Schweizer Luftraum sowie in Teilen der Nachbarländer Deutschland und Frankreich verantwortlich. Anfang 2001 löste die Skyguide die Swisscontrol ab und untersteht dem „Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation“ (UVEK).
Alle anderen europäischen Flugsicherungen sind, wie die Skyguide, im staatlichen Besitz und kooperieren unter dem Dach von Eurocontrol, der „Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt“ mit Sitz in Brüssel. Durch die Vereinheitlichung der Betriebssysteme der einzelnen Flugsicherungen soll der gesamte europäische Luftraum effizienter gesichert werden.
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