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Die deutsche Wiedervereinigung ist nun schon 16 Jahre her und doch scheint der Unterschied zwischen Ost und West in den Köpfen der Bürger noch zu existieren. Ein Großteil der Menschen aus den neuen Bundesländern sieht sich nicht als vollwertige Bürger akzeptiert.
Der Nachrichtensender N24 gab jüngst eine Studie beim Emnid-Meinungsforschungsinstitut in Auftrag, die dies bestätigte. In der Studie wurden 1.000 Bundesbürger befragt. Nach Ergebnissen dieser Studie fühlen sich 74 % aller Ostdeutschen ihren westdeutschen Nachbarn gegenüber zurückgesetzt. Nur die übrigen 26 % erleben sich als gleichwertige Bürger.
Ebenso geht aus der Umfrage die Unzufriedenheit über die Politik hervor. Ganze 68 % finden, die Regierung müsste mehr für den Osten in Bewegung setzen. Gänzlich anders sieht die Wahrnehmung der Bürger im Westen aus. Von den Westdeutschen finden 62 % aller Bürger den Einsatz in Ostdeutschland von Seiten der Politik zufrieden stellend, nur 33 % sind der Meinung, es könnte mehr investiert werden.
Bundesminister Wolfgang Tiefensee, der für den Aufbau Ost zuständig ist, betonte, dass der Solidarpakt zwischen Ost und West wie geplant bis zum Jahre 2019 fortgeführt werden wird. Von Seiten der deutschen Bundesregierung werden finanzielle Mittel in Höhe von 156 Milliarden Euro bereitgestellt. Es sei aber notwendig, bekräftigte er, dass alle Bundesländer diese Mittel auch dort einsetzen, wo sie tatsächlich gebraucht werden.
Ein Problem, das nach wie vor für verstärkte Unzufriedenheit im Osten sorgt, ist die Arbeitslosigkeit. Diese ist im Osten noch wesentlich stärker ausgeprägt als im Westen. Es sieht so aus, als ob nur der Westen vom Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt profitieren würde. Im September 2006 verzeichnete der Arbeitsmarkt gegenüber dem Vorjahr saisonbereinigt um 17.000 weniger Arbeitslose. Traurige Tatsache ist, dass bei den ostdeutschen Nachbarn sich die Lage gegenüber dem Vorjahr um 6.000 Arbeitslose verschlechtert hat.
Unterschiede gäbe es aber nicht nur zwischen „Ossis“ und „Wessis“, sondern auch zwischen Nord- und Süddeutschland. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Peter Harry Carstensen verwies darauf, dass es Länderfinanzausgleiche auch in Zukunft zwischen ärmeren und reicheren Bundesländern geben wird und damit die Ungleichheiten weiterhin verringert werden müssen.
Differenzen werde es in Zukunft sicher immer geben, ob zwischen Ost und West oder zwischen Nord und Süd. Bleibt zu hoffen, dass zumindest das Klassendenken in den Köpfen der Menschen verschwindet und sich jeder Bürger in Deutschland ganz gleich seiner Herkunft vollwertig akzeptiert fühlen kann.
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