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Die Entwicklung und Bedeutung von Doping


30.11.2006 (H. Bylinski) Kategorie: Sport

Bild: www.istockphoto.com

Eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch Zuhilfenahme von pharmakologischen Wirkstoffen ist schon seit längerer Zeit ein ungebrochener Wunsch der Menschen. Bereits in der Antike setzten Sportler bei den Wettkämpfen stimulierende Substanzen ein, um besser als ihre Mitstreiter zu sein.

Die ersten Regeln, die das Doping einschränkten bzw. untersagten, wurden erst gegen Ende der 60er Jahre eingesetzt. Damals kam es zu unerwarteten Todesfällen, vor allem im Radrennsport. Aufgrund dieser Begebenheiten wurden die Mediziner aufmerksam auf die verbotenen Substanzen und ihre verheerende Wirkung auf den menschlichen Organismus.

Im Jahr 1967 starb im Wettkampf der bekannte Radrennfahrer Tom Simpson. Er brach während der Tour de France zusammen und war sofort tot. Durch den Konsum von Amphetaminen kam es zu einer extremen Temperaturbelastung, die der Körper nicht aushielt. Nach diesem tödlichen Zwischenfall wurden die ersten Anti-Doping-Regeln vom Internationalen Olympischen Komitee gegen die Anwendung von Stimulanzien und Narkotika im Wettkampf ausgesprochen.

Im Laufe der Jahre wurde die Liste der verbotenen Substanzen erweitert. In erster Linie, um die Gesundheit des Sportlers zu schützen, aber auch um einen fairen Wettkampf zu gewährleisten.

Die Gruppe der verbotenen Wirkstoffe gliedert sich zum einen in Stimulanzien (Amphetamine, Ephedrin, Koffein), in Narkotika (Morphin, Heroin, Methadon) und in anabole Wirkstoffe (Testosteron). Zum anderen gehören dazu verbotene Substanzen wie Diuretika – sie rufen eine Schwächung der Leistung des Athleten hervor – sowie Peptid- und Glykoproteinhormone (Wachstumshormone). Verboten sind weiterhin auch alle Stoffe, die in ihrer Wirkung oder chemischen Struktur mit den genannten Stoffen verwandt sind.

Der fortwährende medizinische Fortschritt als auch die Neuentwicklungen von Medikamenten, die bei Missbrauch zu Leistungsförderung führen, machen eine laufende Aktualisierung der Dopingrichtlinien erforderlich.

Trotz der bekannten gesundheitlichen Gefahren ist das Problem Doping im Leistungssport weiterhin aktueller denn je. Nicht nur im Hochleistungssport, sondern auch bei Freizeitsportlern ist der Konsum von verbotenen pharmakologischen Wirkstoffen ein gegenwärtiges Thema. Aus der EU-Studie „Dopingbekämpfung in kommerziell geführten Fitness-Studios“ geht hervor, dass jeder fünfte Freizeitsportler in Deutschland im Fitnessbereich unerlaubte Substanzen (hier zumeist Anabolika) einnimmt. In Anbetracht der großen Zahl an Sportlern führt dies hochgerechnet zu einer erschreckenden Zahl von mehr als 200.000 Anabolikakonsumenten deutschlandweit.

Auch veranschaulicht die eben genannte Studie, dass Doping im Freizeitsport, verstärkt von Fitnessstudiobesucher konsumiert wird. Die Quote des Missbrauchs schwankt zwischen den einzelnen Studios stark und reicht von 0 bis 46 %. Hier werden von einem – geringen – Teil der Kunden verbotene Dopingmittel eingenommen, insbesondere Anabolika, um Muskelaufbau und Kraftzuwachs zu fördern.

Da insbesondere anabole Steroide meist über einen längeren Zeitraum in höheren Dosen als therapeutisch verordnet und nicht ärztlich kontrolliert eingenommen werden, stellen sie eine große Gefahr für die Gesundheit dar. Anabolika stören den Fettstoffwechsel und steigern dadurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es können jedoch auch Leberschäden auftreten. Ferner vermuten Wissenschaftler auch Verkalkungen im Gehirn sowie Depressionen, die sich als Nebenwirkungen bemerkbar machen können.

Menschen, die über einen längeren Zeitraum Anabolika einnehmen, bekommen eine ölige Haut, Akne und Haarausfall. Bei Frauen nimmt die Körperbehaarung zu, bei Männern ist eine Vergrößerung von Brustdrüsengewebe die Folge. Werden mehrere Dopingsubstanzen parallel eingenommen, kann das in Einzelfällen sogar zum Tode führen.

Deswegen ist es außerordentlich wichtig, gegen das Doping zu kämpfen. Das Thema muss in aufklärender Art und Weise angegangen werden, so dass keine Fragen offen bleiben. Jeder Sportler, jeder Arzt, Trainer und auch Eltern von sportlichen Kindern sollten darüber Bescheid wissen. Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum!



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