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Felix Tollpatsch - Ein total verrückter Katzenkrimi - 2. Kapitel


02.12.2006 (J. Rohrbach) Kategorie: Specials

Bild: www.google.de

Am nächsten Tag verließ Hugo das Büro schon sehr früh. Er wollte noch ein paar Besorgungen machen, bevor er mit der Recherche in Tante Gabis Laden begann. Zuvor hatte er noch schnell sein Klappbett verschwinden lassen, falls er Besuch bekommen sollte, und Felix gefüttert.

Auf dem Weg zum Bäcker begegnete ihm der Bürgermeister, ein recht freundlicher Geselle, wenn auch manchmal etwas zu sehr auf sein eigenes Wohl bedacht. Und noch einen Makel hatte er: Er hasste Katzen und das aus ganzem Herzen. Niemand wusste so recht warum, aber böse Zungen munkelten, dass er dabei sein wahres Gesicht zeige.

„Guten Morgen Herr Taugenichts! Arbeiten Sie wieder an einem Fall? Das Detektivleben muss aber auch hart sein, immer ermitteln und Geheimnisse lüften…“ Hugo nickte höflich und überhörte die Anspielung auf seine detektivischen Fähigkeiten. „Danke der Nachfrage, ich werde nur noch ein paar Besorgungen machen ehe ich mit der Arbeit beginne, aber es geht schon gut voran.“ Dass dies gelogen war, wussten beide. Der Bürgermeister ging lächelnd an ihm vorüber und Hugo verlor mit einem Mal das gute Gefühl, mit dem er am Morgen aufgewacht war, als Felix aus dem Bett gepurzelt war und dabei fast das Kopfkissen mitgenommen hätte.

„Ach, übrigens!“, rief ihm der Bürgermeister noch zu, indem er sich umdrehte. „Ich habe gehört, Sie haben jetzt auch so ein Katzenvieh bei sich aufgenommen! So eine Plage, passen Sie bloß auf, dass es sich nicht vermehrt!“ Hugo wollte noch etwas erwidern, aber da war er auch schon weg. Von allen Einwohnern der Stadt konnte er den Bürgermeister am wenigsten leiden, obwohl er einer der wenigen war, der ihm noch keinen Auftrag erteilt hatte, um sich später über ihn lustig zu machen.

Auch Felix hatte schon Bekanntschaft mit dem Bürgermeister gemacht. Er war ihm auf seinem ersten Ausflug mit seinen vier Geschwistern, von denen er der kleinste und tollpatschigste war, direkt vor die Füße gelaufen. Seine Mutter hatte ihn vor dem gemeinen Katzenhasser gewarnt, aber ehe er ihn erkannte, war es auch schon zu spät. Seine Geschwister hatten schon lange das Weite gesucht, da bückte sich der Bürgermeister zu ihm herunter, packte ihn am Kragen und beförderte ihn unsanft und mit angeekelter Miene in die Mülltonne. Dort saß er über Stunden und winselte herzerweichend, doch lange Zeit hörte ihn niemand – bis Hugo kam. Nicht, dass er das kleine jammernde Geschöpf gehört hätte, nein, er wollte eigentlich nur eine Bananenschale wegwerfen. Jedoch flog sein Wohnungsschlüssel hinterher und wäre er dem armen Felix nicht direkt auf dem Kopf gelandet, hätte er ihn wohl trotzdem nicht gefunden. Aber so fand er ihn und nahm ihn mit zu sich nach Hause, wo er ihn aufpäppelte und ihm eine Kuschelecke baute.

Felix war froh über diese Aufmerksamkeit, jedoch vermisste er seine Mutter sehr. Nicht so sehr vermisste er seine Geschwister, denn diese hatten ihn oft wegen seiner Schmächtigkeit gehänselt und ihm die Milch weg getrunken. Da er nichts an der Situation ändern konnte, ließ er es sich bei Hugo gut gehen und als er schließlich groß genug war, um ohne weiteres durch das geöffnete Fenster nach draußen zu gelangen, machte er sich auf die Suche, um seine Mutter wieder zu finden. Dabei achtete er immer peinlich darauf, dass er weder dem Bürgermeister, noch seinen Geschwistern begegnete.

Und er begegnete ihnen vorerst auch nicht, musste dafür jedoch feststellen, dass er wohl weiter von seiner Kinderstube entfernt war, als er gedacht hatte. Er brachte von da an Nächte damit zu, zu hoffen, er würde schneller wachsen, damit er größere Strecken zurücklegen konnte. Was er tun wollte, würde er seine Mutter finden, wusste Felix noch nicht, denn er hatte Hugo in der kurzen Zeit so lieb gewonnen, dass er ihn eigentlich nicht verlassen wollte.

Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.



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