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Felix Tollpatsch - Ein total verrückter Katzenkrimi - 4. Kapitel


04.12.2006 (J. Rohrbach) Kategorie: Specials

Bild: www.ein-garten-im-sauerland.de

Marianne Großmut war eine sehr herzliche Frau. Sie und ihr Sohn Tommy waren erst vor kurzem mit ihrer Katze Elli in die Kleinstadt gezogen, da Mariannes Mann sie nach ihrer Scheidung aus der gemeinsamen Wohnung geworfen hatte. Sie wohnte nun wieder bei ihren Eltern im Haus, wobei die Eltern das Erdgeschoss und sie mit Tommy und Elli den ersten Stock bewohnten.

Elli war zuvor keinen Freilauf gewöhnt und Marianne und Tommy staunten nicht schlecht, als ihre noch recht junge Katze plötzlich Nachwuchs bekam. Sie freuten sich sehr über die süßen Katzenbabys und waren umso trauriger, als plötzlich einer der kleinen Racker fehlte. Gerade den kleinen tollpatschigen orange getigerten Kater hatte Tommy besonders ins Herz geschlossen gehabt. Er weinte und schluchzte tagelang und setzte alles daran, den Kater zu finden, aber er fand ihn nicht. Marianne war beruhigt, als Tommy endlich wieder aufhörte nach dem kleinen Tiger zu suchen und sich stattdessen mit den anderen Katzen ablenkte – auch wenn er dabei immer an seinen kleinen Liebling dachte.

Schon bald wurde Ellis Nachwuchs aktiver und es dauerte nicht lange, da wurden die ersten Beschwerden über diese an Marianne herangetragen. Es hieß, sie hätten im Stadtpark Vögel gewildert, den Yorkshire-Terrier von Hedwig Blumig in einen Tümpel gejagt, dem Hamster der kleinen Lisa nachgestellt und Ähnliches. Marianne sah mit einem verlegenen Lächeln darüber hinweg, wenn sich wieder einmal jemand über den sehr aktiven Nachwuchs beschwerte und war peinlich berührt, dass ausgerechnet ihre Katzen die Kleinstadt so in Atem hielten.

Es gab bald nur noch einen, der von dem Allem nichts mitbekommen hatte und genau dieser nette Herr verlief sich wenige Tage nach dem Anschlag auf den Wellensittich in Mariannes Garten, weil er dort Spuren des Diebes der Lebkuchenherzen vermutete. Marianne war nicht schlecht erstaunt, als sie den etwas zerstreut wirkenden Detektiv in ihrem Garten entdeckte. Sie lief die Treppen hinunter zum Garten, um ihn zur Rede zu stellen.

„Entschuldigen Sie, was machen Sie denn da?“, rief sie ihm schon entgegen, kaum dass sie aus der Tür getreten war. Hugo schaute sie erschrocken an. So etwas war ihm noch nie passiert, dass man ihn bei seiner Arbeit gestört hatte.
„Ermitteln, das sehen Sie doch!“, antwortete er empört.
„In meinem Garten?! Was gibt es denn in meinem Garten zu ermitteln?“
Hugo rückte sich seine Brille zurecht und räusperte sich mit stolz geschwollener Brust.
„Ich ermittle in einem geheimen Fall, bei dem…“ Doch Marianne ließ ihn nicht ausreden.
„Wenn Sie wegen der Katzen kommen, die werde ich gleich wieder einsammeln, falls sie etwas angestellt haben sollten. Warum hetzen mir die Leute deswegen denn gleich einen Detektiv auf den Hals?“

„Nein, das ist es nicht. Ich suche einen Lebkuchendieb und habe die Vermutung, dass er durch ihren Garten geflüchtet ist. Wenn ich Fußspuren finden würde, dann…“
„Also ehrlich!“, lachte Marianne.
„Das ist mir aber auch noch nie passiert. Ein Lebkuchendieb? Aber jeder weiß doch, dass…“
„Mama, Mama!“, ertönte es da schon hinter ihr. „Ist das ein echter Detektiv, Mama?“
Tommy kam angerannt und begutachtete Hugo neugierig. „Ja Tommy, das ist ein richtiger Detektiv. Das ist…“ „Taugenichts“, stellte Hugo sich kurz vor. „Detektiv Hugo Taugenichts, immer zu Ihren Diensten. Eigentlich dachte ich, ich sei in der ganzen Stadt bekannt!“

„Oh, wissen Sie, wir sind erst vor Kurzem hierher gezogen und kennen uns hier noch nicht so gut aus“, entschuldigte sich Marianne, über Hugos Namen schmunzelnd.
„Aber Mama, wenn das ein echter Detektiv ist, dann kann er doch bestimmt unseren kleinen Kater suchen!“
Hugo witterte einen ehrlichen Auftrag.
„Aber nein, Tommy. Detektive haben doch viel wichtigere Dinge zu tun. Außerdem können wir uns im Moment keinen Detektiv leisten, das weißt du doch!“
Tommy schmollte und Hugo war enttäuscht.
„Nun, falls Sie es sich anders überlegen sollten, hier haben Sie meine Adresse.“ Und damit gab er Marianne seine Visitenkarte und verabschiedete sich unbeholfen, um sich wieder seinem Fall zu widmen.

Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.



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