|
Die amerikanische Suchmaschine Google kündigte im Dezember 2004 ihr Vorhaben an den Stoff mehrerer britischer und US-Universitätsbibliotheken (Harvard, Stanford, Michigan State und Oxford) zu digitalisieren. Nun setzen sich auch sechs EU-Länder für eine europäische Digitalbibliothek ein.
Die Anregung für dieses Projekt kam von Frankreichs Präsident Jacques Chirac. Deutschland, Polen, Spanien und Ungarn schlossen sich dieser Idee recht zügig an und der Vorschlag findet immer weiteren Zuspruch. Das Ziel soll sein, Europas „einzigartiges Kulturerbe“ zu erhalten, wobei noch unklar ist, welche Bücher genau dafür vorgesehen sein sollen. Außerdem soll die Sammlung von Daten das kulturelle und wirtschaftliche Erbe besser strukturieren. Das digitale Wissen soll jedermann zugänglich werden. Dabei geht es auch um Langzeitverfügbarkeit und -archivierung. Genaueres wurde noch nicht bekannt gegeben.
Fraglich ist, wie man den Kopierschutz umsetzen will. Eventuell könnte das in Zukunft bedeuten, dass die Bibliotheken Geld gegen Hacker ausgeben werden, die dem Kopierschutz an den Kragen wollen.
Eine weitere Frage ist außerdem, nach welchen technischen Standards sich gerichtet werden soll.
Den Ausschlag gegeben hatte ein „Hilfeschrei“ von 19 europäischen Bibliotheken, die nach einer Alternative suchten, um auch in Zukunft nicht ins Hintertreffen zu gelangen und den Anschluss an die Globalisierung zu verpassen. Google werde dem Rest der Welt sonst vorgaukeln, dass es nur englischsprachige Literatur gäbe und damit ihre Sprache aufzwängen.
Um dieses Projekt auf die Beine zu Stellen, benötigt die EU eine straffe Koordination, so die Bibliotheksvertreter. Der erste Schritt in diese Richtung ist auf jeden Fall schon getan, da die Staats- und Regierungschefs bereits ein Schreiben an den EU-Ratspräsidenten und den Präsidenten der Europäischen Kommission herausgegeben haben, indem sie das Vorhaben bereits konkretisieren. Nun muss dieses zukunftsweisende Projekt es gebündelt, vernetzt und finanziert werden.
Bleibt abzuwarten, ob, wann und wie diese Innovation umgesetzt werden wird. Sicherlich wäre es nicht verkehrt, im Zeitalter des Internets, in dem sich mehr und mehr Menschen ihre Informationssuche im „World Wide Web“ heraussuchen, eine solche digitale europäische Bibliothek einzurichten. Die Argumentation der Initiatoren klingt schlüssig.
|