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Felix Tollpatsch - Ein total verrückter Katzenkrimi - 9. Kapitel


09.12.2006 (M. Tremschnig) Kategorie: Specials

Bild: www.i-s-group.de

Felix glaubte kaum, was er gehört hatte. Seine Geschwister hatten vor, einen Mord zu begehen! Er konnte zwar gut verstehen, dass sie sich rächen wollten, aber dass sie soweit gehen würden, damit hätte er nicht gerechnet. Gleichzeitig machte er sich Sorgen, dass am Ende jemand anderes sterben würde als der Bürgermeister. Er schlich sich zu Hugo, der ihn schon sehnsüchtig erwartete.

„Wo warst du nur, kleiner Tollpatsch?“, fragte er, kraulte ihm den Kopf und gab ihm etwas frische Katzenmilch. Dann schloss er alles katzensicher ab und ging ins Bett.

In den nächsten Tagen war Felix wachsam, doch es ereignete sich nichts, was mit dem Plan seiner Geschwister zu tun hatte, worüber er sehr froh war. Er kehrte vorerst auch nicht zu seiner Mutter zurück, da er seine Geschwister nun mehr fürchtete, als je zuvor. Marianne und Tommy hatten inzwischen bemerkt, dass wieder einer ihrer kleinen Katerchen fehlte und sorgten sich nun noch mehr um die verbliebenen drei Kätzchen, die in der letzten Zeit enorm gewachsen waren.

Marianne fand, dass es so langsam an der Zeit wäre, die Kätzchen abzugeben, bevor noch mehr geschah, aber Tommy bat darum, sie noch bis nach Weihnachten behalten zu dürfen, was sie ihm auch erlaubte. Tommy war sowieso der einzige, der den Bürgermeister der Tat nicht nur verdächtigte, sondern überzeugt war, dass er seine Katzen umgebracht hatte. Nur konnte er es nicht beweisen und wenn er seinen Verdacht aussprach, wurde er grob unterbrochen, man könne doch dem Bürgermeister so etwas nicht unterstellen.

Tommy verstand das nicht, wo doch eigentlich jeder ihm diese Tat zutrauen würde. Er beschloss, den Bürgermeister so lange im Auge zu behalten, bis er ihm etwas beweisen konnte. Und so lauerte er tagelang vor seinem Haus, verfolgte ihn heimlich und schrieb sich seine Aktionen in ein Notizbuch. Doch obwohl er den Bürgermeister häufig erbost über Katzen schimpfen hörte und ihn auch einmal dabei ertappte, wie er eine Katze zu treten versuchte und einer anderen einen Stein nachwarf, konnte er keinen Beweis für seine Vermutung finden.

Bald beschloss Tommy, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Er wusste, dass seine Mutter noch irgendwo die Visitenkarte des Detektivs aufbewahrte und schlich sich nachts des Öfteren heimlich in ihr Zimmer, um danach zu suchen. Er wusste, dass seine Mutter nicht sehr begeistert von seiner Idee sein würde und auch kein Geld hatte, den Detektiv zu bezahlen. Darum schlachtete er sein Sparschwein, zählte den spärlichen Inhalt zusammen und war bereit, dies auszugeben, um seine Katzen zu finden, und wenn nicht sie, dann ihren Mörder.

Nach einigen Tagen hatte Felix sich ganz der weihnachtlichen Atmosphäre in der Stadt hingegeben und in dem Trubel mehr oder minder verdrängt, was seine Geschwister vorhatten, als es doch noch geschah. Die gefürchtete Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und Felix war nur beruhigt, dass seine Geschwister anscheinend mit dem Leben davongekommen und ihr Plan aufgegangen war. Die ganze Stadt war entsetzt und Hugo, der wie immer als letzter Bescheid wusste, konnte kaum glauben, was passiert war:

Der Bürgermeister war am helllichten Tag in der zweiten Dezemberwoche beim Weihnachtsbaumschmücken vom Balkon gefallen und hatte sich das Genick gebrochen. Man munkelte, er habe wohl das Gleichgewicht verloren und sei über das Geländer gestürzt. Doch ein paar Nachbarn sagten aus, sie haben einen Schatten hinter ihm gesehen und waren überzeugt, dass er geschubst worden war.

Natürlich rief das ganze auch die Polizei auf den Plan und Hugo war fast schon etwas beleidigt, dass man ihn bei solch einem dramatischen Vorfall nicht zuerst benachrichtigt hatte. Die Polizei suchte systematisch die Unfallstelle ab, befragte Zeugen und nahm Protokoll auf. Hugo stand bei der ganzen Sache etwas abseits und beobachtete interessiert das Geschehen, ohne sich dabei etwas für seine eigene Arbeit abzuschauen.

Er glaubte an die Mordtheorie und machte sich so seine Gedanken zum möglichen Tathergang ohne wirklich stichfeste Beweise gesammelt zu haben. Das von der Polizei abgesperrte Gebiet ließ ihn kalt. Er versuchte sein Glück außerhalb des Tatorts und suchte Indizien für seine Ideen, anstatt es andersherum zu machen. Aber so war Hugo eben und das konnte man ihm nun nicht verübeln.

Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.



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