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Felix Tollpatsch - Ein total verrückter Katzenkrimi - 13. Kapitel


13.12.2006 (J. Rohrbach) Kategorie: Specials

Bild: www.amann-kaffee.at

Am nächsten Morgen wunderte Hugo sich über sich selbst. Er begutachtete seine Neuerwerbungen, zog sich aber seine alte Kleidung an. Er frühstückte wie gewohnt nur ein Salamibrot und trank den Kaffee mit viel Milch und Zucker.

Seiner Arbeit jedoch ging er so gewissenhaft nach, wie er es am Tag zuvor getan hatte. Er suchte nun nach Bekannten des Bürgermeisters, die ihn nicht sonderlich gut leiden mochten. Doch solche hatte dieser nicht. Er wurde zwar von niemandem geliebt, allerdings auch nicht gehasst und so hatte eigentlich niemand ein Motiv für den Mord. Es war eine verzwickte Lage. Hugo fiel beim besten Willen nicht ein, wonach er noch suchen sollte. Sollte er sich der Polizei anschließen und das ganze als Unfall bezeichnen?

Er lief nachdenklich durch die Straßen, als ihm Frieda Dicklich über den Weg lief.
„Guten Tag, Herr Taugenichts! Sind Sie schon dem Lebkuchendieb auf die Schliche gekommen?“
Hugo ärgerte sich. „Nein, Frau Dicklich. Dafür habe ich im Moment keine Zeit. Ich verfolge höhere Ziele!“
Frieda musterte Hugo amüsiert. „So, Herr Taugenichts? Welche Ziele wären denn das?“
„Ich werde den Mord am Bürgermeister aufdecken!“
Frieda staunte nicht schlecht. „Sie, Herr Taugenichts? Wo doch selbst die Polizei keinen Mord nachweisen konnte? Also, um ehrlich zu sein, Sie sollten sich lieber anderen Dingen widmen und aufhören, an einen Mord zu glauben. Es war ein Unfall und nichts weiter. Wenn nicht einmal die Polizei etwas herausfinden konnte, dann werden Sie wohl erst recht nichts finden!“
„Vielen Dank auch, Frau Dicklich!“ rief Hugo empört und stapfte wütend davon. Auf seinem Weg kam er an dem Haus von Marianne vorbei. Unschlüssig stand er davor und beschloss dann, zu klingen. Marianne öffnete.

„Hugo! Was für eine Überraschung! Was führt dich hierher? Und wo ist dein Schnauzer geblieben?“
„Die Arbeit führt mich hierher. Ich würde gerne mit Tommy sprechen. Ist er zuhause?“
„Tut mir Leid, er ist heute bei seinem Vater. Aber komm doch trotzdem rein!“ Hugo folgte der Aufforderung nur allzu gern. „Was wolltest du denn von Tommy?“ fragte sie ihn und bat ihn, am Tisch Platz zu nehmen.
„Er hat erwähnt, dass er den Mord am Bürgermeister beobachtet hat.“
„Das hat er? Mir hat er nichts erzählt, aber das ist ja kaum verwunderlich. Er ist, glaube ich, ganz froh, dass der Bürgermeister tot ist. Er trauert immer noch seinem Katerchen hinterher.“
„Ja, diesen Fall habe ich auch noch zu klären…“
„Sag mal Hugo, glaubst du eigentlich wirklich an den Mord? Die Polizei sagt, es sei ein Unfall gewesen. Und ich wüsste auch nicht, warum jemand den Bürgermeister umbringen sollte.“
Hugo schaute nachdenklich. „Weißt du, Marianne… Ich glaube ehrlich gesagt, dass ich diesen Fall nie aufklären werde. Die Leute glauben der Polizei mehr als mir. Das ist auch nicht verwunderlich. Ich habe ja auch noch keinen einzigen Fall aufgedeckt. Was mache ich nur falsch? Ich glaube, es wäre besser, ganz aufzuhören!“

Marianne war empört. „Du willst was?! Aufhören? Das kommt ja gar nicht in Frage!!! Das Detektivsein ist dein Leben und du bist sicherlich ein sehr guter Detektiv. Du musst es den Leuten nur zeigen! Wenn du mit niemandem redest, kann dir auch niemand helfen. Einen Mord klärt man nicht auf, indem man ein paar Fingerabdrücke sammelt! Man muss hinter die Fassade sehen können und ich bin mir ganz sicher, dass du das kannst, wenn du nur willst. Jetzt aber raus mit dir an die Arbeit, oder willst du, dass die Leute dich gänzlich für einen Taugenichts halten?“
Hugo bedankte sich für diesen wohlgemeinten Rausschmiss und ging in den Park. Er beobachtete die Leute, die mit ihren Hunden spazieren gingen und die, die es trotz des kühlen Wetters an die frische Luft zog, um zu verstehen, was Marianne gemeint hatte. Dabei fielen ihm drei Katzen auf, die im Park Mäuse jagten.

Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.



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