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Mia, Santo und Carlo versuchten sich abzulenken, indem sie den Mäusen im Park nachstellten. Sie waren an diesem Tag nicht sehr erfolgreich, was ihre Laune nicht gerade verbesserte. Sie hatten einen Mord mit einem Mord vergolten und dies machte ihnen schwer zu schaffen. Sie hatten nicht gedacht, dass ihnen dies so aufs Gemüt schlagen würde. Nun vertrieben sie sich lustlos die Zeit und waren ansonsten zu kaum mehr zu etwas zu gebrauchen.
Nach einiger Zeit langen Wartens vor einem Mauseloch ergriff Mia das Wort. „Wir sollten etwas tun, um uns von dieser Tat zu befreien. Wir haben Mauz gerächt, aber mit welchen Mitteln? Ich fühle mich so elend und ihr seht auch nicht besonders glücklich aus!“
Santo ging es genauso. Er trat zu seiner Schwester hinüber und legte ihr die Pfote auf die Schulter. „Ich fühle mich genauso, Schwesterherz! Aber was sollen wir tun? Wir können den Bürgermeister nicht wiederbeleben und das wollen wir ja wohl auch nicht.“
Carlo ergriff wieder das Wort: „Ich glaube, das Problem liegt darin, dass wir eine katzen-untypische Tat begangen haben. Morden tun nur Menschen und wir haben gemordet. Also müssen wir auch unser Gewissen wieder rein machen, wie die Menschen!“.
Mia warf ihrem Bruder einen skeptischen Blick zu. „Und wie willst du das machen, Carlo?“
„Wir gehen zur Beichte!“ Obwohl Mia und Santo ihren Bruder für verrückt erklärten und nicht glaubten, dass dies etwas bringen sollte, folgten sie ihm zur Kirche. Und auch ihnen folgte jemand, denn obwohl Hugo sich nicht viel davon versprach, hatte er irgendwie das Gefühl, dass ihm diese drei Katzen weiterhelfen könnten…
Der Pfarrer war nicht schlecht erstaunt, als plötzlich ein dreistimmiges Miauen hinter dem Beichtstuhl erklang. Mia, Carlo und Santo gaben sich alle Mühe, ihr Leid loszuwerden und konnten gerade noch rechtzeitig fliehen, bevor der Pfarrer sie entdeckte.
Hugo hatte die drei Katzen inzwischen bis in die Kirche verfolgt. Er versteckte sich hinter einer Bank, als der Pfarrer nach dem Ursprung des Miauens suchte, um anschließend wieder die Verfolgung aufzunehmen. – Solch merkwürdige Katzen hatte er noch nie erlebt!
Die drei Geschwister liefen nun schnurstracks zu ihrem Zuhause, dicht gefolgt von Hugo, der unbedingt wissen wollte, was es mit diesen Katzen auf sich hatte. Er glaubte seinen Augen nicht zu trauen, als diese zu Mariannes Haus trabten, unterließ es jedoch, sie weiter als bis dorthin zu verfolgen.
„Und, fühlst du dich jetzt besser, Carlo?“, fragte Mia spöttisch.
„Etwas. Nur eine Kleinigkeit fehlt noch.“
„Und was?“
Carlo funkelte Mia geheimniskrämerisch an. „Das wirst du schon noch sehen!“
Hugo ging zurück in sein Büro. So etwas Eigenartiges war ihm noch nie passiert.
Er dachte über seinen eigenen kleinen Kater nach, der selber aus dieser verrückten Katzenfamilie stammte und sich ab und zu genauso komisch verhielt. Wollte er ihm vielleicht etwas sagen?
Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.
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