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Felix war an diesem Abend nicht in der Stimmung, Ratespielchen mit Hugo zuspielen, aber dieser wollte es ja so. Gähnend erhob Felix sich von seinem Platz, reckte und streckte sich und setzte sich abwartend vor Hugo auf den Boden.
„Bitte Felix, du willst mir doch bestimmt etwas sagen. Du hast dich in letzter Zeit so komisch verhalten. Nun gib mir noch einen Hinweis!“
Felix putzte sich und genoss es sichtlich, Hugo auf die Folter zu spannen. Er hatte es eben nicht anders verdient. Nach einiger Zeit bequemte er sich zu einem zerknautschten Stoffteddy, den Hugo extra für ihn herausgekramt hatte, und schleppte ihn auf den Schrank. Dann schlich er sich an, tat so, als würde er sich tierisch vor dem Teddy erschrecken, sprang in die Luft, kam wieder auf den Boden und kugelte bis zum Ende des Büros, wo er regungslos liegen blieb.
Hugo konnte den Sinn von Felix Handlungen nicht erfassen. „Was soll das, Felix? Was willst du mir sagen?“
Felix sprang nun auf den Schrank und gab dem Teddy einen Schubs, so dass er hinunter fiel.
Doch auch damit konnte Hugo nicht viel anfangen. „Ja, Felix, ich weiß, der Bürgermeister wurde vom Balkon geschubst. Aber von wem?“
Felix begann zu miauen, doch Hugo hatte eine wirklich lange Leitung.
„Was willst du mir nur sagen, kleiner Kater?“ fragte Hugo erneut. Felix miaute noch ein letztes Mal und gab es dann auf. Im selben Moment klingelte es an der Tür und Tommy trat ein.
„Oh, hallo Tommy, welch erfreulicher Besuch!“
Tommy lief gleich schnurstracks zu Felix und nahm ihn auf den Arm. „Wieso? Werde ich gebraucht?“
„Und wie!“ Hugo holte Tommy ein Glas Saft und setzte sich zu ihm und Felix.
„Hör mal, Tommy. Du hast doch mal gesagt, dass du gesehen hast, wie der Bürgermeister vom Balkon gefallen ist, nicht wahr?“
„Ja.“
„Und wie genau ist er gefallen? Er ist doch geschubst worden, oder?“
„Ja.“
„Und von wem?“
„Sag ich nicht.“
Hugo raufte sich die Haare. „Mensch, Tommy, warum willst du mir es denn nicht sagen? Es ist wirklich wichtig!“
„Du bist der Detektiv, du musst es herausfinden.“
„Aber du weißt es doch! Jeder gute Detektiv ist auf Zeugen angewiesen!“ Dieser Satz klang noch lange in Hugo nach. Er hatte damit völlig Recht, nur irgendwie hatte er von der Zeugenbefragung noch nicht so viel Gebrauch gemacht. „Bitte Tommy, warum sagst du es denn nicht?“
Tommy zuckte nur mit den Schultern. Hugo holte sich seine Pfeife und zündete sie nervös an. „Hast du herausgefunden, was mit meinem anderen Kater passiert ist?“
Hugo blickte von seiner Pfeife auf. „Noch nicht.“
„Dann sag ich dir auch nicht, wer es war!“
„Tommy!“
„Und wenn du es nicht herausfindest, nehme ich Felix wieder mit!“
Hugo sprang vom Tisch auf. „Willst du mich hier etwa erpressen?!“
„Vielleicht…“ Tommy setzte Felix wieder ab und lief zur Tür. „Ich muss jetzt auch wieder gehen. Mama wartet mit dem Essen. Tschüss Felix!“
„Tschüss Tommy…“, knurrte Hugo und setzte sich wieder. Dieser kleine Junge konnte einem aber auch den letzten Nerv rauben!
Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.
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