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Als Felix am nächsten Morgen zu Hugo zurückkehrte, war dieser schon außer sich vor Sorge. „Wo hast du nur gesteckt, kleiner Tollpatsch? Ich habe mir solche Sorgen gemacht!“
Felix strich Hugo schnurrend um die Beine und legte sich dann noch ein Stündchen schlafen.
Hugo grübelte in der Zwischenzeit immer noch über dem Rätsel, das Felix ihm aufgegeben hatte. Er musste irgendetwas übersehen haben! Er sammelte seine Indizien zusammen und versuchte einen Zusammenhang zu finden. Felix’ komisches Verhalten, seine verrückten Geschwister und der kleine Tommy, der ihm partout nicht sagen wollte, was er gesehen hatte. Hugo kam nicht darauf.
Er untersuchte noch einmal das Beweismaterial, welches er beim Bürgermeister gefunden hatte. Es war jedoch nichts weiter als ein paar unwichtige Fingerabdrücke, zersprungene Christbaumkugeln und ein paar Katzenhaare. Hugo paffte nachdenklich seine Pfeife. Was hatte das nur zu bedeuten?
Da er absolut keinen sinnvollen Einfall hatte, schrieb er einen Brief an Marianne, um sich abzulenken.
Liebe Marianne,
du hattest Recht. Ein guter Detektiv muss hinter die Fassade blicken können. Aber ich schaffe dies im Augenblick nicht. Vielleicht kannst du mir ja helfen.
Wenn du magst, komm morgen zu mir zum Mittag. Bring ruhig Tommy mit. Mit dem habe ich auch noch etwas zu besprechen.
Liebe Grüße,
Hugo
Er brachte den Brief gleich zu Marianne und steckte ihn in den Briefkasten. Dann kaufte er eine Schachtel Pralinen, einen Blumenstrauß und ein Kochbuch, denn kochen konnte Hugo noch weniger als Mordfälle und Diebstähle aufdecken.
Als er sich ein Gericht herausgesucht und schon mal probegekocht hatte – es war sogar halbwegs genießbar – machte er noch einen kleinen Spaziergang im Park und sah auf einmal Felix mit seinen Geschwistern herumtollen. Diesen seltenen Anblick wollte er sich nicht entgehen lassen. Er wischte den Schnee von einer Bank und setzte sich, um zuzuschauen. Plötzlich kam ihm die Idee. Die Katzen! Hugo sprang wieder auf. Warum hatte er nicht vorher daran gedacht? Die Katzen hatten den Bürgermeister getötet. Auf welchem Wege sollten denn sonst die Katzenhaare in das Haus des Bürgermeisters kommen?
Hugo lief aufgeregt in sein Büro, um sich zu versichern, auch tatsächlich Katzenhaare gefunden zu haben. Und wirklich, es bestand kein Zweifel. Hugo machte Freudensprünge. Er hatte den Fall aufgedeckt! Die Katzen hatten den Bürgermeister ermordet und deshalb konnte die Polizei keinen menschlichen Täter überführen!
Jetzt wurde ihm endlich klar, was Felix ihm mit seinen Überfällen sagen wollte. Er wollte ihm zeigen, dass Katzen auch gefährlich sein konnten! So einen Geistesblitz hatte Hugo noch nie in seinem Leben. Er setzte sich sofort an seine Schreibmaschine und tippte einen Bericht. Nur eine Frage stellte sich ihm noch: Welches Motiv hatten die Katzen den Bürgermeister zu töten? Sicher, er war ein berühmt berüchtigter Katzenhasser, doch reichte das aus, einen Mord zu begehen?
Am Abend klingelte Hugos Telefon. Marianne war am Apparat und freute sich hörbar über die Einladung. „Das find ich toll von dir Hugo! Vielen Dank. Tommy kommt natürlich auch. Und wie war das? Du schaffst es nicht hinter die Fassade zu blicken?“
Hugo musste kurz überlegen, was er in dem Brief geschrieben hatte.
„Ich glaube das hat sich erledigt, aber das erzähle ich dir am besten morgen!“
Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.
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