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Marianne und Tommy kamen früher als gedacht. Hugo steckte noch mitten in den Vorbereitungen für das Essen. Er hatte seine neuen Klamotten angezogen und sich frisch rasiert. Als Marianne Hugos ungeschickte Handgriffe bemerkte, griff sie ihm etwas unter die Arme und auch Tommy half mit, so gut er konnte.
Hugo wollte Paella machen, doch es fiel ihm sichtlich schwer, die Schalentiere fachmännisch zuzubereiten. Irgendwie hatte er es am gestrigen Tag ja geschafft, aber mit Mariannes Hilfe ging es wesentlich leichter und machte vor allem mehr Spaß. Hugo musste diebisch darauf Acht geben, dass Tommy Felix nicht ständig heimlich etwas vom Fisch abgab, damit etwas für das Essen übrig blieb. Sogar Elli hatte den Weg zu Hugo gefunden und klaubte Heruntergefallenes auf, wo sie nur konnte.
Als das Essen endlich angerichtet war, traute sich Marianne Hugo auf sein verändertes Äußeres anzusprechen. „Sag mal Hugo, hat es einen Grund, dass du dich heute so herausgeputzt hast?“
Hugo rückte nervös seine Krawatte zurecht. „Ja, den gibt es. Aber jetzt gebt erst mal eure Teller her, ihr wollt doch nicht verhungern!“
„Na, da bin ich ja mal gespannt!“, sagte Marianne mit einem Lächeln, während Tommy schon die ersten Löffel der Paella in sich hinein schaufelte.
„Ihr werdet es nicht glauben, aber ich habe den Fall gelöst!“
„Ach wirklich?“ fragte Marianne interessiert. „Und was hast du herausgefunden?“
„Das werdet ihr mir nicht glauben! Der Bürgermeister ist tatsächlich ermordet worden. Nur nicht von einem Mensch, sondern von Katzen! Ich muss nur noch herausfinden, welches Motiv sie hatten.“
Marianne verschluckte sich fast an ihrem Essen. „Wie bitte? Du meinst, Katzen haben den Bürgermeister ermordet? Du spinnst ja!“
Felix miaute empört.
„Nein, wirklich. Ich habe Katzenhaare beim Bürgermeister gefunden und wie sollten die sonst dahin kommen, es sei denn, es wären Katzen am Tatort gewesen?“
„Jetzt hör aber auf!“
„Nein, Mama, Hugo hat Recht. Mia, Carlo und Santo waren es, um den Tod von Mauz zu rächen.“
Marianne haute lachend auf den Tisch.
„Nun reicht es aber! Ihr steckt ja beide unter einer Decke, erzählt mir hier so einen Mist!“
Hugo zog es vor, nichts mehr über die Sache zu sagen, freute sich aber insgeheim, dass er das Rätsel richtig gelöst hatte, wie Tommy ihm gerade bestätigt hatte.
Die Paella war weg wie nichts und auch der teure Wein fand Anklang bei Marianne, während Tommy sich mit Apfelsaft begnügte.
„Jetzt mal ehrlich Hugo, warum hast du dich so herausgeputzt?“
„Der ist verknallt in dich!“ schrie Tommy und Hugo lief rot an.
„Tommy!“ ermahnten ihn Hugo und Marianne gleichzeitig.
„Ich geh noch ein bisschen mit Felix und Elli draußen spielen!“
Tommy erhob sich vom Tisch und machte sich mit Felix und Elli davon.
Hugo war inzwischen etwas angespannt, was Marianne sofort bemerkte.
„Hatte Tommy etwa Recht mit seiner vorlauten Bemerkung eben?“ fragte sie Hugo und stellte fest, dass es ihr seit ein paar Tagen genauso ging.
Hugo nahm all seinen Mut zusammen und fragte etwas unbeholfen: „Würde ich dir sonst Blumen und Pralinen kaufen?“, während er beides hervorholte und Marianne überreichte.
„Ach herrje!“ Marianne schlug die Hände auf dem Gesicht zusammen. „Das ist für mich? Danke, Hugo, aber das wäre doch nicht…“ „Doch, das war nötig. Dafür, dass du mir und meiner Arbeit auf die Sprünge geholfen und mich nicht nur, wie jeder andere, ausgelacht hast.“
Hugo nahm sein Glas in die Hand und erhob es zum Anstoßen. Marianne tat es ihm nach. Nachdem sie auf Hugos Arbeit angestoßen und ihre Gläser noch ein wenig mehr geleert hatten, nahm Marianne wieder das Wort auf: „Sag mal Hugo, hast du eigentlich gar keine Wohnung außerhalb des Büros?“
Hugo schüttelte den Kopf. „Nein, dass ist mir viel zu teuer. Und für eine Person reicht es ja.“
„Und für einen Kater!“ fügte Marianne ergänzend hinzu.
Hugo grinste und gedachte seinem kleinen Kater, der ihm dazu verholfen hatte, seinen ersten Fall zu lösen. „Ja richtig, für einen Kater und Partner!“
Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.
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