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Natürlich rief Hugo sofort bei Marianne an, um ihr für Heiligabend zuzusagen. Die ganze Nacht lag er wach, wie ein kleiner Junge, der die Bescherung nicht erwarten kann. Am nächsten Tag machte er sich besonders schick, sagte sein Date mit der Tiefkühlpizza ab und beeilte sich, um auch ja nicht zu spät zu kommen.
Marianne begrüßte ihn herzlich und auch Tommy und die Eltern freuten sich sehr über den Besuch. Sie saßen beisammen, aßen erst Stollen, dann Kartoffelsalat mit Würstchen und unterhielten sich fröhlich und ausgelassen. Tommy quengelte herum, er wolle bald Bescherung machen, doch vorher wollten Mariannes Eltern in die Kirche. Hugo wusste nicht, wie lange er nicht mehr in der Kirche war – abgesehen von dem Tag, an dem er Mia, Santo und Carlo verfolgt hatte – und ließ sich überraschen. Es gefiel ihm sehr gut und dies sagte er auch auf dem Rückweg zu Marianne.
„Ich kann es kaum glauben, wie du es die ganzen letzten Weihnachten alleine ausgehalten hast! Jetzt wird es aber Zeit, dass du das nachholst!“ sagte diese kopfschüttelnd zu ihm.
Gleich nach der Kirche wurde beschert. Tommy verschwand bald unter seinem Berg von Paketen. Er lachte, freute sich und stopfte sich mit Lebkuchen voll, während er die Geschenke ausprobierte. Hugos Spielzeugauto gefiel ihm besonders gut.
Auch Hugo bekam etwas Schönes geschenkt: Eine neue Detektivmütze, eine Packung feinsten Pfeifentabak und warme Handschuhe.
Aber die ganz große Überraschung kam zum Schluss, als Hugo schon fast gehen wollte. Marianne erhob sich feierlich und verkündete die frohe Botschaft: „So Hugo, bevor du uns jetzt wieder verlassen willst, möchten wir dir noch ein Angebot machen, das du nicht anschlagen darfst.“
Hugo hob fragend die Augenbrauen. „Was ist denn das für ein Angebot?“
Mariannes Eltern warfen sich grinsend wissende Blicke zu. „Ich kann es nicht mehr mit ansehen, wie du in deinem Büro auf dem alten Klappbett schläfst und das inzwischen sogar wieder allein, da Felix jetzt wieder hier wohnt. Und in unserem Haus ist die ganze dritte Etage ungenutzt! Wir möchten dir hiermit anbieten, doch bei uns einzuziehen. Dann bist du nicht so allein und du hast sogar einen eigenen Eingangsbereich für die Wohnung. Was hältst du davon?“
Hugo war sprachlos und schnappte nach Luft. „Ich weiß ni…“
In diesem Moment begann Felix ein ohrenbetäubendes Maunzkonzert. Bis auf Hugo begannen alle zu lachen.
„Siehst du, Felix will auch, dass du hier bleibst!“ Tommy sprang Hugo um den Hals. „Ach bitte, bitte, sag ja!“
Da Hugo nichts anderes übrig blieb und er die Vorstellung zu schön fand, bei Marianne einzuziehen, sagte er zu.
„Darauf müssen wir anstoßen!“ rief Mariannes Mutter und holte Punsch und Gläser. So feierten sie Hugos Einzug ausgelassen bis in die Nacht.
Dies war das schönste Weihnachtsfest, das Hugo bisher gehabt hatte. Und so lebten sie alle glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.
Der Life-Go-Hauptartikel zum Thema heißt „Kurzgeschichten im Portrait“. Über ihn finden Sie auch alle anderen bisher auf unserer Seite veröffentlichten Kurzgeschichten.
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