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Hausverbot für Nikolaus und Krampus


25.12.2006 (I. Switil) Kategorie: Europa

Bild: www.niederbayern.tagungshotel-online.de

In Wien ist eine Diskussion unter dem Motto „Rettet den Nikolaus“ entbrannt. Die FPÖ hatte wiederholt beklagt, dass in einzelnen Einrichtungen wegen muslimischen Kindern keine Nikolaus-Feiern mehr stattfänden. Eine Sprecherin von Jugendstadträtin Grete Laska erklärte, dass aus rein pädagogischen Gründen der Nikolausbesuch in den Kindergärten gestrichen wurde. Die Kinder fürchten sich vor dem Nikolaus und seinem finsteren Gesellen Krampus.

Nach dem Besuch des Nikolaus hat es in Wien früher teils extrem verängstigte Kinder gegeben. Das sei der Grund für die Abschaffung des Nikolaus-Besuches in Wiener Kindergärten. Der Kinder- und Jugendpsychiater Max Friedrich erklärt, dass der Nikolaus gütig aber auch Furcht erregend sein kann. Er sei für die Kinder eine wichtige Figur, die die Kinder liebevoll ermahnen soll. Der Krampus allerdings sei eine Angstgestalt und daher überflüssig.

Für FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache überschreitet die Abschaffung des Nikolaus die Grenze zur Absurdität. Strache meint, dass den Kindern dadurch die letzten Sinnbilder und Orientierungsmuster geraubt würden. Auch der Landesobmann der Jungen ÖVP Wien sprach sich gegen die Abschaffung aus. „Wir werden nicht zulassen, dass christliche Traditionen in missverstandener ‚political correctness’ nach und nach abgebaut werden.“

Die Wiener ÖVP sprach sich gegen eine politische Intervention in der „Causa Nikolaus“ aus. Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska von der SPÖ erklärte, dass es kein Verbot des Nikolaus gäbe. „Der Nikolaustag wird gefeiert, und zwar in den verschiedensten Formen.“ Es sei seit Jahren nicht mehr üblich, dass der Nikolaus vor den Kindern auftrete. Er mache sich allerdings durch ein Klopfen an der Tür bemerkbar und hinterließe Geschenke für die Kinder.

In den anderen österreichischen Bundesländern kam es zu keiner Diskussion, ob der Nikolaus weiterhin in die Kindergärten kommen dürfe oder nicht. Da dort auch immer noch Perchtenläufe stattfinden, bei denen Jugendliche hässliche Masken mit fürchterlichen Fratzen tragen, wäre es absurd den Nikolaus als Angstgestalt zu bezeichnen. In Wien hingegen, wo sich die Politiker tummeln, finden solche leichtfertigen Aussagen immer wieder offenes Gehör und führen zu Diskussionen, die ein Drittel der Bürger als unnötig erachten.



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