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BILDblog wacht mit kritischen Augen über die Arbeit der BILD


29.12.2006 (C. Nägler) Kategorie: Computer

Bild: www.wi.uni-muenster.de

Über 12 Millionen Menschen lesen sie täglich – die auflagenstärkste, meistzitierte und ebenso meistkritisierteste Tageszeitung Deutschlands: die BILD. Seit dem 24. Juni 1952 erscheint das Boulevardblatt BILD im Axel-Springer-Verlag mit einer Auflage von etwa 3,8 Millionen Exemplaren pro Tag. Hauptsächlich befasst es sich mit Kriminalität, Krieg, Sex, Promiklatsch und Sport. BILD ist Meinungsmacher – auch für Politiker und Journalisten ist entscheidend, was die Tageszeitung zum Thema macht.

Negative Schlagzeilen machte die Zeitung jedoch vor allem durch hochstilisierte oder teilweise sogar frei erfundene Affären, Skandale und Neuigkeiten. Auch wurden oftmals bereits erschienene Artikel – ohne Nennung der Quelle – als eigene verkauft.

So berichtete BILD etwa am 7. Dezember 2006 von einem Beinahe-Flammeninferno im Gebäude der Süddeutschen Zeitung in München. Unter der Schlagzeile „Feuer bei ‚SZ’ – Flammen bis zur Decke“ spricht man nahezu von einer Katastrophe und meldete, „das Stammhaus an der Sendlinger Straße wäre beinahe abgebrannt.“ Allerdings schilderte die Berufsfeuerwehr den Sachverhalt ganz anders: zwar sei mittags ein Mülleimer in der Damentoilette des Zeitungsverlages in Brand geraten, jedoch konnte dieser noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte durch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes gelöscht werden.

Um die kleinen und größeren Ungereimtheiten festzuhalten, fand sich im Juni 2004 eine kleine Gruppe von Medienjournalisten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben – teilweise unter Pseudonymen – fragwürdige Artikel der BILD nachzurecherchieren, Fehler aufzudecken und diskussionswürdige Berichte festzuhalten. Das alles geschieht auf www.BILDblog.de, einer Internetplattform, die mittlerweile über 40.000 Zugriffe täglich verzeichnet. Die Arbeit dieses „Watchblogs“ erhielt 2005 den „Grimme Online Award“ und wurde im November des Jahres mit dem „Leuchtturm-Preis“ des „Netzwerks Recherche“ ausgezeichnet.

Die Reaktion von BILD spricht für sich. So sagte BILD-Sprecher Tobias Fröhlich am 20. Februar 2005 in der International Herald Tribune (Tageszeitung in Großbritannien): „BILDblog überschreitet kaum unsere Wahrnehmungsgrenze. Wir müssen es einfach mögen. Es ist voll von albernen Behauptungen, reinem Blödsinn und erfrischend einseitig verzerrten Geschichten. Darüber hinaus prahlt BILDblog mit der Bedeutung von BILD, indem es uns den unumstrittenen Meinungsführer und Themensetzer in Deutschland nennt. Was kann man sich mehr wünschen?“

BILDblog ist eine neue Form, interessierte Leser über die Arbeits- und Vorgehensweise dieser Zeitung zu informieren. Zwar erreicht der Blog noch nicht die Massen der Leser, jedoch ist es ein erster Schritt, die Menschen von einer vorgegebenen Meinung zu einer eigenen Meinungsbildung zu bewegen.



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