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US-Truppen im Irak: 3 Jahre, 8 Monate, 30 Tage und mehr?
30.12.2006 (K. Lohmann)
Kategorie: Welt
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Nun ist es soweit: Der Krieg im Irak dauert länger an als die Belagerung der US-Truppen im Zweiten Weltkrieg, nach dem Angriff auf Pearl Habour durch die Japaner. Genau drei Jahre, acht Monate und 30 Tage (am 18.12.) sind die GIs im Nahen Osten stationiert um zu kämpfen – gegen den vermeintlichen Terror. Dieser Kampf begann am 19. März 2003 und dauert trotz des Falls Bagdads am 9. April 2003 immer noch an.
Jetzt hat sich Medienberichten zufolge eine unabhängige Expertenkommission gefunden, die der US-Regierung bis Ende Dezember 2006 eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen geben soll. Nach Berichten der „Washington Post“ herrschen in dieser Kommission aber tiefe Meinungsverschiedenheiten vor. So steht die Gruppe unter Leitung von Ex-Außenminister James Baker und des Demokraten Lee Hamilton zunächst im Vordergrund die Lage in der Hauptstadt Bagdad unter Kontrolle zu bringen und sich intensiv um eine Aussöhnung mit den Aufständischen zu bemühen. Der andere Teil jedoch möchte die Truppen schrittweise zurückziehen, aber zugleich die Terrorgruppen im Irak in Schach halten. Wie bekannt wurde, wird in diesem jetzt der Truppenabzug angeregt.
Die amerikanische Regierung hofft nun auf internationale Unterstützung seitens der irakischen Nachbarstaaten, die nach Wünschen von beispielsweise Verteidigungsminister Cheney besänftigend auf die Sunniten im Irak einwirken sollen. Auf dem ersten Platz der Wunschliste der helfenden Staaten von Großbritannien und den Vereinigten Staaten stehen der Iran und Syrien.
Währenddessen warf der einflussreichste Religionsführer der irakischen Sunniten Scheich Harith Al-Dhari sowohl den USA als auch der Regierung in Bagdad vor, einen Bürgerkrieg zu provozieren und forderte die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, der irakischen Regierung die Anerkennung zu entziehen.
Die Meinung des scheidenden UN-Generalsekretärs Kofi Annan dazu ist allerdings, dass der derzeitige Zustand im Irak „viel schlimmer“ ist als der eines Bürgerkrieges wie beispielsweise vor einigen Jahren im Libanon. Er geht sogar so weit, dass er äußert, dem normalen irakischen Volk ginge es nun schlechter als unter Diktator Saddam Hussein. Auch erkennt er die Lage im Irak als „extrem gefährlich“ an.
Wie gefährlich sieht man an Zahlen, die im Oktober 2006 in einer Studie veröffentlicht wurden; Denn statt den von der amerikanischen Regierung 30.000 unschuldigen Zivilisten, starben bis zu diesem Zeitpunkt 655.000 Frauen und Kinder im Kugelhagel. Und auch bei den Soldaten wird die Zahl der 2.869 toten US-Soldaten von denen der Iraker durch ein Vielfaches mit 48.000 Toten übertroffen.
Die Amerikaner sehen diese Zunahme an Gewalt jedoch nicht als Problem, sondern nur als „neue Phase“ im Kampf gegen den Terror. Kofi Annan appellierte diesbezüglich an die internationalen und regionalen Mächte: „Ohne Sicherheit kann nicht viel getan werden, keine Besserung und kein Wiederaufbau.“
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