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Schwachstellen bei Wahlcomputern


31.12.2006 (S. Ranjah) Kategorie: Technik

Bild: www.spiegel.de

Ob Essen, Kleidung oder Musik, was in den USA einmal „in“ ist, scheint auch Deutschland zu erreichen. So sind die Wahlcomputer eher aus den USA bekannt, aber schon seit den 90er Jahren in einigen Regionen Deutschlands in Betrieb. Zuletzt wurden sie im Oktober bei der Oberbürgermeisterwahl in Cottbus verwendet. Die Geräte versprechen so schnelle Wahlergebnisse wie noch nie, fast keine falschen Stimmen und erleichtertes Wählen. Doch die noch neue Technik hat auch seine Kehrseite. Wie bei den US-Kongresswahlen sorgen die Computer auch in Deutschland für Unmut. Einige Hacker haben nun auf sich aufmerksam gemacht und sollen Schwachstellen dieser Geräte entdeckt haben.

Der Chaos Computer Club (CCC) hatte mit der niederländischen Initiative „Wir vertrauen Wahlcomputern nicht“ eine unabhängige Prüfung der Wahlcomputer durchgeführt. Ihre Ergebnisse sollen gezeigt haben, dass die so genannten Wahl-O-Maten nicht sicher seien, weil sich die darauf laufende Software leicht austauschen ließe. Die Manipulation sei zudem praktisch nicht nachweisbar und das Wahlgeheimnis der Wähler könnte beeinträchtigt werden.

Nach Ansicht der Experten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wäre zwar nicht auszuschließen, dass jemand die Steuerungssoftware der Geräte verändern kann, aber das sei so gut wie unmöglich. Auch der Hersteller Nedap und die für den Vertrieb der Nedap-Geräte in Deutschland verantwortliche Firma HSG Wahlsysteme haben die Vorwürfe zurückgewiesen: „Das Gerät steht ja eineinhalb Meter vor dem Wahlvorstand“, sagt Herbert Schulze Geiping, Geschäftsführer der Firma HSG Wahlsysteme. Somit sei eine Veränderung der Software ausgeschlossen, weil die Maschinen unter ständiger Beobachtung stehen und keine fremden Personen Zugang haben.

Probleme gibt es aber, wenn die Geräte vom Personal während der Wahl nicht sorgfältig beaufsichtigt sind oder wenn die Kommunen sie an wahlfreien Zeiten bei sich aufbewahren. Deshalb fordert der CCC-Sprecher Andy Müller-Maguhn das schnelle Verbot der Wahlcomputer, „bevor wir auch hier Zustände wie in den USA oder Mexiko bekommen“. Allein die Wahl mit Stift und Papier könnte das Wahlgeheimnis der Bürger schützen. Und eine Wahlfälschung könnte dann auch von „normalen Bürgern“ überprüft werden. Dagegen wäre bei einer Wahl mit Computern nur eine Elite von Computerexperten in der Lage eine Manipulation aufzudecken.



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