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Dem Verstorbenen in vertrauter Atmosphäre nahe sein


17.01.2007 (K. Lohmann) Kategorie: Panorama

Bild: www.focus.de

Das im rheinländischen Waltrop ansässige Unternehmen „Osiris Lebenszeichen“ hat einen Weg für Trauernde gefunden, individueller mit ihrem Verlust umzugehen.

Immer mehr Hinterbliebene ziehen eine anonyme einer konventionellen Bestattung aus Kostengründen vor. Denn eine klassische Beisetzung beginnt bei Kosten von 2.400 Euro. In Folge dieser Einsparungen „irren immer mehr Angehörige auf dem Friedhof umher und finden keinen Ort, wo sie Blumen niederlegen können“ so Initiator Raimund Schmelter. Eine Alternative hierzu sind Feuerbestattungen. Der sehr eklatante Nachteil dieses Vorgehens ist allerdings, dass es nach deutschem Recht verboten ist, die Urne mit der Asche des Verstorbenen in den eigenen vier Wänden aufzuheben.

Um dem Abhilfe zu schaffen, kreiert das westfälische Unternehmen nun Skulpturen, die den Angehörigen als heimische Gedenkstätte dienen. Die angebotene Kollektion besteht derzeit aus Gefäßen, Leuchten, Schreinen, Skulpturen und Schmuck. In jedem dieser Gegenstände ist individuell ein Schubfach eingelassen in welchem der Trauernde Briefe, Fotos oder auch andere persönliche Andenken des Verstorbenen aufbewahren kann um ihm so nah zu sein.

Der Preis für eines dieser Gefäße liegt zwischen 300 und 1.000 Euro. Die Kundschaft für die neue Art der Trauerbewältigung befindet sich bereits jetzt schon über die Landesgrenzen Deutschlands hinaus in Belgien, Italien, den Niederlanden und sogar Sibirien. Auf Wunsch werden auch extravagantere Skulpturen hergestellt, deren Preis dann aber auch entsprechend steigt. Eine Sonderanfertigung trägt den denkwürdigen Namen „Totentanz“. Die orangefarbene Frauenfigur aus massivem Holz symbolisiert einen Tanz, „der den Schrecken des Todes sympathisch machen soll“, erläutert Schmelter. Getragen wird die Figur auf dem überdimensional großen rechten Fuß als Sockel. Darunter befindet sich das Fach für die Schätze des Toten. Das Unikat kostet satte 20.000 Euro.

Auch an die Hinterbliebenen, die einen weiteren Weg zurücklegen müssten um zum Grab ihres Verstorbenen zu gelangen, wurde mit diesem Konzept gedacht. Denn so müsste die 66-jährige Helga Keßler 24 km überwinden um ihrem verstorbenen Mann die Ehre zu erweisen. Zudem ist sie nach eigener Aussage auch „keine Grabgängerin“.

Das Ziel von „Osiris Lebenszeichen“ ist es, dass sich die Hinterbliebenen nah zu ihren Verstorbenen fühlen können und immer noch das Gefühl ihrer Anwesenheit vorhanden ist. Anliegen von Unternehmer Reinhard Pecl ist, dass deren „sensibel gestalteten Kunstwerke den Umgang mit dem Tod etwas erleichtern“.



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