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Lernen mit Videospielen?
27.01.2007 (J. Rohrbach)
Kategorie: Computer
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Amerika soll bekanntlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sein. Das dachte sich wohl auch der US-amerikanische Hochschulprofessor David Williamson Shaffer, als er sich neue, unkonventionelle Lernmethoden für Schüler ausdachte.
Shaffers Anliegen ist die Abschaffung des „skill and drill“ an amerikanischen Schulen. Damit ist vor allem das strenge Auswendiglernen auf standardisierte Prüfungen hin gemeint. Die Schüler sollen sich stattdessen mit anderen Methoden auf die Herausforderungen der globalen Wirtschaft vorbereiten. Dazu eignen sich nach Shaffer Computer- und Videospiele im Unterricht besonders gut. Diese sollen innovatives Denken fördern, an welchem es in den USA laut Bericht des „National Center in Education and the Economy“ mangelt.
Das amerikanische Bildungssystem stecke schon lange in einer Krise, da jegliche Kreativität und Selbstständigkeit im Denken unterdrückt würde. Mit neuen Lernmethoden sollen junge Menschen in den USA nun zu kreativen Arbeitern erzogen werden.
In seinem neuen Buch „How Computer Games Help Children Learn“ stellt Shaffer seine Lernmethode vor: In Computer- und Videospielen seien die Schüler gezwungen, komplexe Probleme auf kreative Weise zu lösen. Hier können die Schüler diese wenig kostenintensiv und spielerisch bewältigen, ohne dass Fehler schwere Konsequenzen hätten. Man müsse dabei aber zwischen guten und schlechten Spielen differenzieren, damit es zum gewünschten Lernerfolg kommt. Ego-Shooter („Killerspiele“) sind dabei sicherlich nicht zu den förderlichen Spielen zu zählen.
Während man die Intention Shaffers neuer Idee kaum kritisieren mag, sind hier jedoch die Mittel fraglich. Amerikanische und auch viele andere Jugendliche scheinen allgemein Computer- und Videospielen nicht sonderlich abgeneigt zu sein. Dass es an diesen fehle, kann Shaffer also kaum behaupten. Auch wenn sich die Art der Spiele in Schule und Freizeit unterscheiden würden, könnte sich der Konsum der Schüler an Videospielen allgemein noch weiter erhöhen. Ob es daher zu befürworten ist, dass sie auch noch in den Unterricht einziehen, während reale Erfahrungen, die man zum Beispiel bei einem Praktikum sammeln könnte, an den Schülern vorbei gehen?
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