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Urtier aus der Tiefe
31.01.2007 (O. Hoffmann)
Kategorie: Wissenschaft
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Japanischen Meeresforschern sind die ersten Filmaufnahmen eines lebendigen Kragenhais (Chlamydoselachus anguineus) gelungen. Der Kragenhai ist ein seltenes Exemplar einer prähistorischen Haiart, der gewöhnlich in großen Tiefen von bis zu 1500 Metern lebt. Seinen Namen verdankt er seinen Kiemen, die einem Kragen ähneln.
Die Art lebt bereits seit Jahrmillionen und wird wegen seiner Unverändertheit im Laufe der Evolution als „lebendes Fossil“ bezeichnet.
Wie schon der erste lebende Fang 1870 wurde das Exemplar in der Bucht von Tokio gefangen. Jedoch gelang es noch nie, ein lebendes Tier zu filmen, da sonst meist nur tote Kragenhaie zufällig als Beifang durch Fischer an die Meeresoberfläche gelangen.
Die 1,60 Meter große und 7,5 Kilogramm schwere Hai-Dame kam den Fischern ungewöhnlich vor, so dass sie das nahe gelegene Meeresaquarium in Numazu südlich von Tokio verständigten. Den Meeresbiologen gelang es, das Tier einzufangen und es in ein Becken ihres Instituts zu setzen, wo die einmaligen Filmaufnahmen entstanden sind.
Wenige Stunden nach der Umsetzung verendete das Tier allerdings. Die Meeresforscher können sich jedoch das Auftauchen des Hais und dessen Tod nicht erklären. Eine Möglichkeit sehen die Wissenschaftler darin, dass das Tier bereits krank war und deswegen auftauchte. Eine andere Theorie ist, dass sich der schlechte Zustand und der daraus resultierende Tod durch den zulangen Aufhalten in geringer Tiefe zu erklären lässt.
Rund 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Ozeanen bedeckt. Als genau untersucht gelten aber schätzungsweise weniger als 0,1 Prozent. Meeresforscher vermuten mehr als zehn Millionen unentdeckte Arten. Es gibt also noch vieles in dieser tiefen, geheimnisvollen Welt zu erforschen.
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